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Aktuell Welt

Einigung mit Kurden über Öl und Waffen

Eine Vereinbarung zwischen Bagdad und Kurden könnte zur Einheit des tief gespaltenen Irak beitragen. Zunächst stärkt sie die Kurden im Norden finanziell und vor allem militärisch in ihrer Schlacht gegen den IS.

Monatelang war verbissen verhandelt worden, nun gelang ein erster Durchbruch: Die irakische Regierung verständigte sich mit der kurdischen Regionalvertretung über die Öl-Exporte. Im Rahmen der Vereinbarung vom Dienstag erhalten die an der Seite der irakischen Armee gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) kämpfenden kurdischen Peschmerga eine Finanzspritze von einer Milliarde Dollar für Gehälter und Ausrüstung. Zugleich sollen auch die Zahlungen an die halb-autonome kurdische Region wieder aufgenommen werden, berichtete der irakische Finanzminister Hoschijar Sebari.

Für die Lieferung von 300.000 Barrel pro Tag aus Kirkuk sowie weiterer 250.000 Barrel aus dem Norden nehme die Zentralregierung die Zahlung von 17 Prozent des Haushaltsbudgets an die Kurden wieder auf, teilte Sebari mit, der selber Kurde ist. Das Öl müsse durch neue Pipelines in der Kurdenregion in die Türkei transportiert werden, da die irakische Pipeline zerstört und mittlerweile unter Kontrolle der IS sei. Beide Seiten profitierten von der Einigung, betonte Sebari. Die Kurden erhielten mehr Geld und der Irak könne seine Öl-Exporte steigern.

Während des rasanten Vormarschs der IS-Dschihadisten im Nordirak hatten die Kurden die Gelegenheit ergriffen und den weitgehenden Kollaps der irakischen Sicherheitskräfte genutzt, um die Kontrolle über Kirkuk zu übernehmen. Die Kurden betrachten die Ölstadt traditionell als ihre Hauptstadt in der Region.

Zweites Kontingent der Peschmerga eingetroffen

Im umzingelten Kobane im Norden Syriens traf eine zweite Gruppe kurdischer Peschmerga aus dem Irak ein. Wie die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, überquerten die etwa 150 Kämpfer die Grenze bei Mürsitpinar. Sie seien zuvor unter strenger Geheimhaltung mit einem Privatflugzeug aus der irakischen Kurdenmetropole Erbil in die Türkei eingeflogen worden und hätten sowohl weitere Waffen als auch Munition im Gepäck.

Über die weitere Strategie gegen die IS-Terrorarmee wollen Spitzenvertreter des US-geführten Bündnisses an diesem Mittwoch in Brüssel beraten. Ziel ist nach Angaben von Diplomaten, alle der rund 60 Allianzpartner auf einen gemeinsamen Ansatz zu verpflichten. Zu ihnen gehören neben Nato-Ländern wie Deutschland und den USA auch islamische Länder wie Saudi-Arabien oder die Türkei.

Iranische Luftangriffe im Irak?

Der Iran, der nicht zur Allianz gehört, soll laut Angaben des Pentagon in den vergangenen Tagen Stellungen des IS im Osten des Irak mit F-4-Phantom-Kampfjets bombardiert haben. Die Teheraner Führung unterstützt die schiitisch dominierte Regierung in Bagdad.

SC/jj (rtre, APE, afp, dpa)