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Europa

Einigung im Gasstreit

Russland liefert wieder in vollem Umfang Gas nach Weißrussland, nachdem die Zufuhr auf weniger als die Hälfte gedrosselt worden war. Minsk hat Gasschulden beglichen. Moskau zahlte ausstehende Transitgebühren.

Arbeiter deht an einem roten Gaskompressor-Rad (Foto: ap)

Russland lässt das Gas wieder fließen, aber jetzt droht Weißrussland

Der russische Energiekonzern Gazprom hat Agenturberichten zufolge seine Erdgaslieferungen an Weißrussland in vollem Umfang wieder aufgenommen. Dies habe Konzernchef Alexej Miller dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in einem Telefonat mitgeteilt, hieß es in Meldungen am Donnerstag (24.06.2010).

Schriftzug Gazprom auf russisch an einem Gebäude in Moskau (Foto: dpa)

Gazprom soll 152 Millionen Euro erhalten haben

Weißrussland soll gezahlt haben

Weißrussland hatte am Mittwoch erklärt, es habe seine Gas-Schulden bei Russland in Höhe von umgerechnet 152 Millionen Euro bezahlt. Russland hatte dem Nachbarn seit Montag langsam den Gashahn zugedreht; zeitweise strömte weniger als die Hälfte der Normalmenge in den Nachbarstaat.

Am Donnerstag soll dann auch der russische Energiekonzern Gazprom offene Rechnungen bezahlt haben. Wie ein Vertreter des weißrussischen Pipeline-Betreibers Beltransgaz am Donnerstag der Nachrichtenagentur afp bestätigte, hat der russische Staatskonzern Gazprom einen ausstehenden Betrag für Transitgebühren beglichen.

Streitigkeiten scheinen beendet

Das autoritär regierte Weißrussland unter Präsident Alexander Lukaschenko hatte von Moskau die Zahlung von 210 Millionen Euro verlangt - bis zu diesem Donnerstag. Andernfalls wäre der Gas-Transit Richtung Westen gestoppt worden. "Die Beziehungen verbessern sich wieder", erklärte der Beltransgaz-Vertreter. Zuvor hatte ein Gazprom-Sprecher die Zahlung angekündigt. "Es gibt im Moment keine Probleme, die den Gasstransit und die Gaslieferungen nach Weißrussland behindern."

Gasanzeige an einer Gasstation (Foto: DW)

Weißrussland soll sich weiter an russischen Gas bedienen

Der Konflikt um die unbezahlten Gasrechnungen zwischen Russland und Weißrussland hatte sich in den vergangenen Tagen immer weiter zugespitzt, weil Weißrussland seine Schulden mit der Gegenforderung verrechnen wollte. Offensichtlich erst als Gazprom-Chef Miller drohte, die Gaszufuhr ganz zu stoppen, sah die Regierung in Minsk sich zum Handeln gezwungen.

Nur Litauen war betroffen

Europa war von den Sanktionen der vergangenen Tage kaum betroffen. Nur das EU-Mitglied Litauen erhielt weniger Gas. 25 Prozent des Gasbedarfs der EU wird mit Lieferungen aus Russland gedeckt. Dabei fließt lediglich ein Fünftel durch weißrussische Leitungen, der Großteil von vier Fünfteln strömt durch ukrainische Leitungen. Bereits im Winter 2009 hatte ein "Gaskrieg" zu Lieferengpässen auch in Ländern der Europäischen Union geführt. Damals tobte ein Streit zwischen Russland und der Ukraine, die massive Preiserhöhungen für russisches Gas nicht hinnehmen wollte.

Autorin: Marion Linnenbrink (afp, dpa, rtr)
Redaktion: Martin Schrader

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