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Nahost

Einigung über Freilassung von Gilad Schalit

Israel und die Hamas haben sich auf einen Gefangenenaustausch zur Freilassung von Gilad Schalit geeinigt. Der israelische Soldat war 2006 von der Hamas in den Gaza-Streifen entführt und seitdem festgehalten worden.

Gilad Schalit (Foto: AP)

Gilad Schalit

Nach fünf Jahren in den Händen der Hamas steht der israelische Gilad Schalit offenbar kurz vor seiner Heimkehr. Die israelische Regierung und die radikalislamische Hamas, die im Gaza-Streifen herrscht, haben sich auf den Austausch von Gefangenen geeinigt: Der Israeli Schalit, der 2006 von der Hamas entführt worden war, soll in den nächsten Tagen freikommen. Im Gegenzug sollen mehr als 1000 palästinensische Häftlinge freigelassen werden. Den Austausch vermittelte die ägyptische Regierung.

Einigung von beiden Seiten bestätigt

Demonstration (Foto: dpa)

2010: Tausende demonstrieren in Israel für die Freilassung von Gilad Schalit

Nach einer mehrstündigen Dringlichkeitssitzung billigte das israelische Kabinett den Handel in der Nacht zum Mittwoch (12.10.2011) mit großer Mehrheit. 26 Minister stimmten dafür und drei dagegen, wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mitteilte.

Neben der israelischen Regierung bestätigte auch die Hamas den geplanten Gefangenenaustausch. Der Austausch solle in den kommenden Tagen vonstatten gehen, sagte Abu Obaida, ein Sprecher des militärischen Arms der Hamas, vor Journalisten in Gaza. Der einflussreiche Exilchef der Hamas, Chaled Maschaal, sprach in Syrien von 1027 palästinensischen Gefangenen, die freikommen sollten. Dies sei ein "nationaler Erfolg für das palästinensische Volk".

Austausch in mehreren Schritten

Vater Noam Schalit (Foto: AP)

Noam Schalit (M.), der Vater des entführten israelischen Soldaten

Netanjahu erklärte, Schalit solle "in den kommenden Tagen lebend und heil zu seiner Familie und seinem Volk zurückkommen". Die bereits am vergangenen Donnerstag erzielte Einigung sei am Dienstag unterzeichnet worden, sagte Netanjahu. Dies sei "das beste Abkommen, das wir in diesen stürmischen Zeiten im Nahen Osten erzielen konnten". Der Ministerpräsident hatte sich laut Medien vor Bekanntgabe des Tauschhandels mit dem Vater des entführten Soldaten, Noam Schalit, getroffen, um diesen über die bevorstehende Freilassung seines Sohnes zu informieren.

Der Gefangenenaustausch soll nach Angaben des israelischen Fernsehens in mehreren Schritten erfolgen. Zunächst würden 300 Palästinenser freikommen, die an tödlichen Anschlägen beteiligt waren. Danach solle Schalit an Ägypten übergeben werden. Israel werde sodann weitere 150 Palästinenser freilassen, die wegen Mordes verurteilt wurden. Anschließend soll Schalit nach Israel gebracht werden, und in einem letzten Schritt würden nochmals 550 palästinensische Häftlinge freigelassen - überwiegend Frauen und Kinder.

Netanjahu dankt auch Deutschland

Die Gespräche über den Austausch von Gefangenen liefen schon seit längerem. Deutschland hatte dabei ebenfalls zwischen beiden Seiten vermittelt. Netanjahu dankte am Dienstagabend auch ausdrücklich dem deutschen Unterhändler und Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Unterstützung.

Der damals 20-jährige Gilad Schalit war am 25. Juni 2006 als Wehrpflichtiger auf israelischem Territorium nahe dem Gaza-Streifen von Kämpfern der Hamas entführt worden. Seitdem durfte er nur drei Briefe, eine Audio- und eine Videobotschaft an seine Familie schicken. Seit Anfang 2009 gab es dann kein Lebenszeichen mehr von ihm. Die Hamas hatte selbst Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) den Zugang zu Schalit verweigert.

Autoren: Dirk Eckert / Ursula Kissel (afp, dapd, dpa, rtr)

Redaktion: Eleonore Uhlich

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