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Politik

Einig über Fortführung der Friedensgespräche

Nach fast zweijähriger Unterbrechung haben Israelis und Palästinenser ihre direkten Friedensgespräche wieder aufgenommen. Beide Seiten deuteten in Washington trotz aller Differenzen ihre Bereitschaft zu Kompromissen an.

US-Außenministerin Clinton zwischen Israels Regierungschef Netanjahu und Palästinenserpräsident Abbas (Foto: dpa)

US-Außenministerin Clinton lobte den "Mut und Einsatz" von Israelis und Palästinensern

Unter der Leitung von US-Außenministerin Hillary Clinton haben sich Israelis und Palästinenser in Washington zu neuen direkten Verhandlungen an einen Tisch gesetzt. Bei einer kurzen Feierstunde lobte Clinton am Donnerstag (02.09.2010) den "Mut und Einsatz" beider Seiten. Es sei ein wichtiger Schritt, dass die Konfliktpartner trotz Skepsis und Misstrauen zum Treffen erschienen seien.

Palästinenserpräsident Abbas und Israels Regierungschef Netanjahu (Foto: dpa)

Partner für den Frieden: Palästinenserpräsident Abbas und Israels Regierungschef Netanjahu

Israelis und Palästinenser bekräftigten zu Beginn der Gespräche ihre altbekannten Forderungen. Regierungschef Benjamin Netanjahu forderte die Palästinenser auf, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte erneut klar, dass er einen völligen Siedlungsstopp im Westjordanland erwarte.

Partner für den Frieden

Doch es gab auch einige optimistisch stimmende Signale. Netanjahu deutete Zugeständnisse in den Friedensgesprächen mit den Palästinensern an. Er forderte Abbas auf, im Gegenzug den Israelis ebenfalls entgegenzukommen. Echter Frieden werde nur mit schmerzhaften, einvernehmlichen Zugeständnissen erreicht. "Von meiner Seite und von ihrer Seite", sagte Netanjahu in Richtung Abbas, den er bei der Eröffnung der ersten direkten Gespräche seit fast zwei Jahren einen "Partner für den Frieden" nannte.

Beide Seiten hätten trotz aller Unstimmigkeiten nun die Aufgabe, für die Völker "eine historische Zukunft" zu schaffen und den Konflikt zu beenden. Man müsse jeden der Streitpunkte einzeln abhaken.

Minimalziel erreicht

Alle Beteiligten am Verhandlungstisch in Washington (Foto: AP)

Alle Beteiligten am Verhandlungstisch in Washington

Nach Abschluss der Gespräche teilte der amerikanische Nahost-Sondergesandte George Mitchell mit, dass die israelische und die palästinensische Regierung ihre direkten Friedensverhandlungen fortsetzen werden. Er sprach von einer "sehr konstruktiven und positiven Stimmung". Allerdings gebe es weiterhin "sehr ernste Differenzen" zwischen Israelis und Palästinensern. Das nächste Treffen soll am 14. und 15. September im Nahen Osten stattfinden. Anschließend werde es alle zwei Wochen eine Zusammenkunft geben, sagte Mitchell.

Mit dieser Vereinbarung hat der mit Spannung erwartete Beginn der ersten direkten Friedensverhandlungen beider Seiten sein Minimalziel erreicht. Das langfristige Ziel ist, innerhalb eines Jahres eine Zwei-Staaten-Lösung zu schaffen, damit beide Völker friedlich zusammenleben können.

Autorin: Pia Gram (dpa, rtr, afp, apn)
Redaktion: Ursula Kissel

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