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Politik

Eingeschränkt unabhängig

Wenn die Amerikaner am 4. Juli ihren ersten Unabhängigkeitstag nach den Terroranschlägen feiern, gehen die Behörden auf Nummer sicher. "Wir müssen schützen, was uns wichtig ist, auch unsere Geschichte", heißt die Devise.

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Am "Independence Day" herrscht Flugverbot über der Freiheitsstatue

Aus Sicherheitsgründen darf über den berühmten Nationaldenkmälern des Landes nicht geflogen werden – weder über der Freiheitsstatue in New York noch über dem riesigen Gateway-Bogen in St. Louis, Missouri. Selbst über Mount Rushmore im US-Bundesstaat South Dakota mit den überlebensgroßen Köpfen der vier Präsidenten Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln gilt am Donnerstag Flugverbot. Auch der Luftraum über Washington und New York, der seit April wegen der horrenden Kosten nicht mehr rund um die Uhr von Jets überwacht wird, soll am 4. Juli wieder stärker kontrolliert werden.

Fährte des Feindes verloren

Zehn Monate nach den Anschlägen vom 11. September ist Osama bin Laden noch immer nicht gefasst. Die amerikanische Bevölkerung wird weiterhin von Attentatsängsten geplagt. Wiederholt war die Rede von Terroranschlägen gegen US-Ziele. Entsprechende Drohungen äußerte beispielsweise El-Kaida-Sprecher Suleiman Abu Geith im Juni auf einem Tonband.

Vierzehn Tage vor dem Nationalfeiertag informierte das FBI alle Dienststellen, dass Terroristen möglicherweise Anschläge mit Tankwagen planen könnten. El Kaida-Anhänger drohten mit einem "Schlag am Tag der Freiheit". George W. Bush bezeichnete die Hinweise als Anlass zu besonderer Wachsamkeit. Ist an diesem symbolischen Tag tatsächlich ein weiterer Anschlag zu befürchten? Die Besorgnis ist groß. Die US-Amerikaner wollen sich das Feiern aber nicht nehmen lassen. Im ganzen Land sind deshalb massive Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden.

In Washington, wo jedes Jahr am 4. Juli Hunderttausende feiern, ist die Bewegungsfreiheit deutlich eingeschränkt. Auf den Wiesen zwischen dem Kapitolshügel und dem Lincoln-Denkmal am Potomac-Fluss sind die Sicherheitsmaßnahmen besonders streng. Besucher der "Mall", die in den vergangenen Jahren mit Kind und Kegel, mit Picknickkörben und Eis-Coolern ungehindert unterwegs waren, müssen sich nun an 24 Checkpoints auf verdächtige Gegenstände hin untersuchen lassen.

Party unter Beobachtung

Auch Metalldetektoren kommen zum Einsatz. Nur Leute in Shorts und T-Shirts werden durchgewunken, ohne abgetastet zu werden. Washingtons Bürgermeister Anthony Williams hofft, dass seine Stadt dennoch nicht einer Festung gleicht. "Wir drängen auf Offenheit", sagt er, und setzt auf eine Feier in patriotischer Stimmung. Beobachter rechnen mit mehr Teilnehmern als in den Vorjahren. Mehr als 750.000 Besucher werden in der Hauptstadt erwartet, über 500.000 in Boston, und in Philadelphia könnten es über eine Million Gäste werden.

Am Unabhängigkeitstag dürfen auch gigantische Feuerwerksspektakel nicht fehlen. Von Alaska bis Florida wird am 4. Juli der Nachthimmel hell erleuchtet sein. Sogar in New York, wo seit dem 11. September 2001 ein allgemeines Feuerwerksverbot gilt, wird an diesem Abend eine Ausnahme gemacht. Dort wird mit einer Serie von 20 000 Feuerwerkskörpern, die von Schiffen auf dem Hudson River aus abgefeuert werden, an die "Helden" der Tragödie erinnert. In Washington wird abends zu Klängen des National Symphony Orchesters am Kapitolshügel der Terror-Opfer gedacht. Titel der Veranstaltung: "An American Tribute". (fro)