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Mecklenburgisch

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Dass schnacken reden heißt und ein Klönschnack eine Unterhaltung ist, wissen auch viele Süddeutsche. Aber bei den Begriffen figeliensch und swienplietsch wird man schon etwas tüddelig, das bedeutet durcheinander.

achtern – hinten, gilt nicht nur an Bord von Segelschiffen. Kann fast beliebig kombiniert werden: Achternkopp, Achternuitgang, ...

appeldwatsch – verrückt. Menschen nennt man jedoch nicht appeldwatsch, sondern eher brägenklöterig oder vielleicht ein bisschen tüddelig.

bang – ängstlich. Ne Bangbüx ist ein Angsthase.

Brägen – das Gehirn. Wenn das bei einem Mitmenschen nicht ganz funktioniert, ist er ein büschen brägenklöterig.

Buddel – Flasche

daddeln – unsinnige Dinge tun, spielen. Man kann Zeit verdaddeln, alleine oder in Gruppen. Besonders bei Computerspielen ist daddeln jetzt auch im Hochdeutschen ein feststehender Ausdruck. "Vadding hät sick sien Klappreckner bloot zom Daddeln köfft." – "Papa hat sich seinen Laptop nur zum Spielen gekauft."

Diern – Mädchen, junge Frau. Besonders beliebt sind säute Diern – die süßen Mädchen.

drög – trocken

feudeln – den Boden wischen. Zum Feudeln benutzt man – richtig – einen Feudel. Aufnehmer und ähnliche Gerätschaften sind in Mäkelbörg vollkommen unbekannt. Und wundern Sie sich nicht über erstaunte Blicke, wenn Sie den Boden aufnehmen wollen, liebe Rheinländer!

figeliensch – kompliziert, fast zu kompliziert um es zu übersetzen. "Een figeliensch Saak" ist halt eine komplizierte Sache. Richtig figeliensch muss man aber besonders als Platt-Laie sein, um eine figeliensche Sache zu durchschauen. Figeliensch heißt nämlich auch schlau.

Fischkopp – wird nie von, dafür manchmal über Mäkelbörger gesagt. Außer den Kopf eines Fisches bezeichnet "Fischkopf" nämlich auch einen Norddeutschen – in den Worten eines Süddeutschen.

Huulbesen – wörtlich Heulbesen. Hat sich ein figeliensches Brägen zur Umschreibung des Staubsaugers ausgedacht.

kieken – ein Mäkelbörger guckt nicht, er kiekt. Auch auf Hochdeutsch. Kieken kann man auch in die Kiekschapp (wörtlich: Guckschrank), den Fernseher.

Klappreckner – wörtlich Klapprechner, das Notebook oder Laptop

klönen – sich unterhalten. Zwei oder mehr Leute, die miteinander schnacken. Klönen erfordert die Kommunikation zwischen zwei oder mehr Mäkelbörgern. Einer alleine schnackt bloß.

Leuwagen – der Schrubber. War mal Wort des Jahres in der Plattdeutsch-Sendung "De Plappermöl", weil es so schwierig zu erraten ist.

lütt – klein. Die Lütte ist die Kleine. Ist ein Mäkelbörger betrunken, dann "hät hej n lütten wech".

Mäkelbörg – Mecklenburg

mittenmang – mittendrin, muss man natürlich sein, um danach drüber schnacken zu können.

Mors – der Hintern

Muskaten – die Musiker. Kam ein Dorffest nicht in Gang rief jemand: "Häm de Muskaten hütt überhaupt schon Schacht kräng?" – "Haben die Musiker heute überhaupt schon Prügel gekriegt?" Dann gab es für die Muskaten nur zwei Möglichkeiten: laufen oder besser spielen.

plätten – bügeln. So wie der Mäkelbörger nicht aufnimmt oder wischt, sondern feudelt, so bügelt er auch nicht, sondern plättet – mit dem Plätteisen.

Schäpen – die Schiffe. Die "einfahrenden Schiffe" kennt der Plattdeutsche übrigens nicht. Hier wird ein Relativsatz gebildet: "De Schäpen, die grad reinkomm".

Schietbüddel – trotz der für hochdeutsche Ohren fäkalen Übersetzung ein Kosewort. Die verbale Liebkosung "mien olen Schietüddel" ist für Mäkelbörger Verhältnisse der Gipfel der Romantik in einer stabilen Zweierbeziehung.

schnacken – reden. Schnacken zwei Personen, klönen sie miteinander. Womöglich handelt es sich gar um einen Klönschnack – den Höhepunkt der Alltagskommunikation.

suutsche – ruhig, einfach. Das ging gaaaanz suutsche. Das lief ruhig, glatt und problemlos.

swienplietsch – schlau, sogar sehr schlau. Aber mit dem Unterton einer gewissen Bauernschläue. Swien ist das Schwein, plietsch bedeutet einfach schlau.

Tied – die Zeit. Davon hat man im Norden offensichtlich mehr als im Süden – besonders beim Sprechen.

tousammenklamüstern – zusammenstellen, zusammensetzen. Modellflugzeuge, eine Enzyklopädie, einen Gedanken: Tousammenklamüstern kann man alles. Auseinanderklamüstern übrigens auch.

tüddeln – spinnen, verrückt sein, oft im Alter. "Mudding is n büschen tüddelig worn." Hat aber auch eine Handarbeits-Komponente. Schnüre oder Fäden können vertüddelt sein, dann muss man sie erst entwirren – auftüddeln.

tünen – lügen, besonders häufig benutzt in Tünbüddel – Lügner.

vertellen – erzählen, zum Beispiel einen Witz. Alle Umstehenden müssen dann gut tauhöan – zuhören.

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