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Kultur

"Einen Stein ins Rollen bringen"

In Deutschland gibt es zahlreiche Nichtregierungsorganisationen. Eine davon hat sich speziell der Weltbevölkerungsproblematik angenommen: die "Deutsche Stiftung Weltbevölkerung" (DSW).

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Mehr als sechs Milliarden Menschen leben auf unserem Planeten

Vor zehn Jahren in der niedersächsischen Hauptstadt Hannover von zwei Unternehmern gegründet, informiert die DSW zunächst über Ursachen, Auswirkungen und aktuelle Trends des Weltbevölkerungswachstums. Damit leistet sie Bewusstseinarbeit bei den Entscheidungsträgern der Politik in Deutschland. Zugleich unterstützt die Stiftung Bemühungen um eine menschenwürdige Verlangsamung dieses Wachstums.

Im Gegensatz zu nationalen oder internationalen Organisationen kann eine kleine private Stiftung eher Innovationen wagen. "So sind zum Beispiel staatliche Organisationen immer etwas gehemmt, wenn es um Sexualaufklärung für Jugendliche in Entwicklungsländern geht. Privatorganisationen können Pilotprojekte durchführen und finanzieren, die andere nicht wagen, weil das riskant ist. Und wenn das dann funktioniert, dann hat das Einfluss auf andere, größere Träger von Entwicklungszusammenarbeit, und es hilft jungen Leuten unmittelbar", erklärt der Geschäftsführer Hans Fleisch.

Internationale Anerkennung

Das bedeutet nicht, dass die DSW mit den großen Organisationen nicht zusammenarbeiten würde. Im Gegenteil. Es gibt rege Kontakte zum UN-Bevölkerungsfond, UNFPA. Die Stiftung ist zum Beispiel zuständig für die Übersetzung, Herausgabe und Verbreitung des UN-Weltbevölkerungsberichts in Deutschland. Sie organisiert auch Workshops im Auftrag der UNO und ist spätestens dadurch international anerkannt.

Der überwiegende Anteil der Arbeit wird von anderen größeren privaten Stiftungen finanziert. Private Spenden spielen auch eine große Rolle. Mittlerweile bekommt die "Deutsche Stiftung Weltbevölkerung" auch in geringerem Umfang öffentliche Fördermittel von der Europäischen Union.

Qualität vor Quantität

Eine der Devisen der Stiftung lautet: Qualität vor Quantität. Bei den rund 40 Projekten in insgesamt zehn Entwicklungsländern in Asien, Afrika und Lateinamerika eröffnet sich dadurch die Möglichkeit intensiver Projektarbeit mit wissenschaftlicher Begleitung auf kleinem Gebiet. Die Projektmodelle der Stiftung haben dann oft Vorbildcharakter für größere Organisationen.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in Projekten mit Jugend-Selbsthilfe-Initiativen. Daneben gibt es eine Reihe von Frauenprojekten auf dem Lande. Zusätzlich unterstützt die "Deutsche Stiftung Weltbevölkerung" Projekte, die Umweltschutz in Regenwaldregionen mit Dorfentwicklungsmaßnahmen verbinden. "Wir haben das zusammen mit Umweltschutz-Organisationen in Nepal zunächst getestet, und weil es dort erfolgreich war, wird das jetzt in anderen Ländern und in anderen Teilen Nepals nachgemacht," berichtet Hans Fleisch.

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