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'Einen Krieg, den man nicht gewinnen kann, soll man nicht führen'

In dieser Woche beschäftigte die DW-WORLD-User vor allem der Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan und die mögliche Seligsprechung von Papst Pius XII.

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Einen Krieg, den man nicht gewinnen kann, soll man nicht führen - das ist eine der ältesten militärischen Einsichten überhaupt. Dachte ich. Heute aber scheint dieser Satz nicht mehr zu gelten, denn inzwischen ist Krieg ein akzeptables Mittel der westlichen Politik geworden. Wieder einmal verbündet man sich mit anderen, unabhängig von deren moralischer und politischer Qualität, nach dem Motto "der Feind eines Feindes ist ein Freund" - als gäbe es nicht in der Vergangenheit genügend Pleiten zu bewundern, die sich aus dieser Art "Moral" ergeben haben. Was kümmert's uns, wenn auch die Regierung Karzai sich auf die Scharia stützt, solange Karzai pro-westlich ist? Was kümmert's uns, welche Mafia wir gerade in Afghanistan unterstützen, solange diese nichts gegen Dollars und Euros hat? Ich glaube nicht daran, dass es dem Westen je gelingen wird, dieses Volk mithilfe des Militärs und des Einsatzes von Geld zu Demokraten zu machen. Irgendwann werden wir uns sicherlich dort hinaus schleichen, aber vorher werden noch einige junge deutsche Soldaten für die Machtinteressen der Warlords in der neuen, "pro-westlichen" Scharia-Gesellschaft sterben. (Ingrid Coughlan)

Wofür sind wir, nicht nur Deutschland, sondern der so genannte Rest der freiheitlichen Welt in Afghanistan? Sind wir dort, um die blühenden Mohnfelder zu schützen, um ein faschistisches System zu stützen, oder einfach nur, um den Industriell-Militärischen Komplex zu befriedigen? (Manfred Lindner)

Die deutschen Truppen sollten unverzüglich nach Hause zurück kehren. Es ist unmöglich, Afghanistan ein System mit unseren Normen zu bringen. Dort herrschen ganz andere geschichtliche Erfahrungen, andere Sozialstrukturen, eine andere Religion. Die Engländer haben sich dort blutige Köpfe geholt, die Russen sind gescheitert, unsere Truppen werden einen blutigen Zoll zahlen. Was bringt unsere Politiker dazu, dem unseligen Eingriff der Amerikaner beizustehen? Nibelungentreue? (Wilfried Paszkowski)

Stecken die USA tatsächlich hinter dem Angriff auf Syrien?

Da haben sich die Amerikaner wohl was bei den Türken abgeguckt. Die Terroristen (Wortwahl der Türkei) oder Aufständischen (Wortwahl bei den Syrern) marschieren auch einfach in den Irak ein, um dort Terror zu verbreiten. Die Frage ist nur, wo ist der Beweis? Die Parallelen zum Verhalten des NATO-Partners Türkei sind nicht zu übersehen. Bleibt die Frage offen, ob diese Vorgehensweise jetzt offiziell in der NATO und ihren Bündnispartnern wird - und welches Land das nächste ist, in dessen Hoheitsgebiet einfach so einmarschiert wird. Wie verhält es sich mit den Iranern, die ihre schiitischen Glaubensbrüder überall in der Welt unterstützen und damit Angst und Terror? (Wolf Hoevedes)

Perfektes Timing. Ich hab' schon drauf gewartet: Eine Woche vor den Präsidentenwahlen in den USA provoziert eine kleine Spezialeinheit einen Grenzkonflikt, es steht in allen Zeitungen und der Durchschnittsamerikaner ruft nach dem vermeintlich starken Mann. So trickst George W. Bush in bewährter Art und Weise John McCain ins Weiße Haus. Die Amerikaner fallen mal wieder drauf rein, wetten? (Don Fuego)

Debatte um die Seligsprechung von Papst Pius XII

Die Heiligsprechung von Papst Pius XII wäre aus meiner Sicht ein Skandal. Er hätte viele Möglichkeiten gehabt, den Holocaust zu beeinflussen und durch seine Intervention unendliches Leid verhindern können. Vergleicht man diesen aus meiner Sicht unwürdigen Papst z.B. mit dem Betreuer Aaron Menczer, der 2000 Kinder im KZ Theresienstadt betreute und anschließend mit ihnen in die Gaskammern von Auschwitz gegangen ist, so hat Aaron einen Platz neben Gott verdient, dieser Papst hingegen eher die ewige Verdammnis. (Hans H. Schulz)

Nein Pius XII soll und darf nicht heilig gesprochen werden, dies wäre ein Hohn dem jüdischen Volk gegenüber. Die katholische Kirche hat während Jahrhunderten die Juden verfolgt, das gelbe Kennzeichen eingeführt, das Hitler nachmachte. Der Papst hätte laut protestieren sollen. Die Katholische Kirche schloss ein Konkordat mit Hitler am 20.7.1933, woraufhin dieser für seine Bemühungen den Christusorden, die größte päpstliche Auszeichnung bekam. Am 26.4.1933 empfing Hitler den Osnabrücker Bischof Berning und den Berliner Generalvikar Steinmann. Bei diesem Gespräch sagte Hitler, die katholische Kirche hat 1500 Jahre lang die Juden als Schädlinge angesehen, sie ins Ghetto gewiesen usw. Dies sagt wohl genug. (Bea Zbinden)

Krise der Auto-Industrie

Ich hab da einen Vorschlag: Warum verteilt man denn die 500000000000 Euro, die zur Rettung der Banken bereitgestellt werden, nicht an die Bundesbürger- das sind 6250 Euro für jeden zwischen 0 und 100 Jahren. Das würde die Probleme der Autoindustrie schlagartig lösen. Für eine vierköpfige Familie sind das 25.000 Euro. Gerade der Wert eines Mittelklassewagens. Ich meine das nicht so ganz ernst, aber es macht deutlich, welche Belastungen alleine für diese Subvention zur Rettung der Banken auf die Steuerzahler zu kommt! (Martin Trittelvitz)

Die Krise ist in erste Linie hausgemacht. In Automagazinen las man bisher überwiegend: "schneller, größer, teurer". Solange dieser unsinnige Trend nicht gebrochen wird, werden die Japaner das Geschäft machen. (Franz Popp)

Schließung des Flughafens Tempelhof

Von mir aus soll der Flughafen Tempelhof als historisches Monument oder Denkmal erhalten werden. Nach der Lektüre Ihres Artikels finde ich das sehr sinnvoll, weil der Flughafen wesentlich zur Geschichte Berlins und schließlich auch Deutschlands beigetragen hat. Deshalb sollte er nicht einfach niedergerissen werden. (Thomas Hofer)

Dieser Flughafen sollte in unserer Hauptstadt bestehen bleiben. Er zeigt in vollem Umfang Geschichte Deutschlands. In der Form von Größenwahn, in der dunklen Seite unserer Geschichte, bis hin zum Überleben der Bewohner der Westsektoren während der Luftbrücke, bis zur Moderne. Es wurden schon zu viele geschichtliche Bauwerke aus der nationalsozialistischen Zeit entfernt, nur in der Annahme, dass wenn diese aus unseren Augen sind, könne man auch die Geschichte verdrängen. Wir sollten lernen, unsere Geschichte mit offenen Augen zu sehen. Bauwerke als Zeitzeugen, mit denen man den zukünftigen Generationen Geschichte zum anfassen bieten kann. Nur durch einen offenen Umgang mit unserer Vergangenheit können wir daraus lernen. (Thomas Drickl)