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Aktuell Welt

Eine zweite Erde in Sicht?

Die Entdeckung des ersten "erdähnlichen" Planeten in der Galaxis war noch eine Sensation. Inzwischen kennen wir durch das Teleskop "Kepler" Hunderte von ihnen. Gibt es darunter ein Gegenstück zu unserer Erde?

Eine künstlerische Darstellung des Exoplaneten GJ1214b vor einer roten Sonne (Foto: http://www.spacetelescope.org/images/heic1204a/)

Symbolbild Exoplanet GJ 1214b

Das Planetenteleskop "Kepler" hat die Erkenntnisse über Planeten in der Milchstraße revolutioniert: Vermutlich wimmelt es in unserer Galaxie von Himmelskörpern, die unserer Erde ähneln. "Es ist nicht mehr die Frage, ob wir ein echtes Gegenstück zur Erde finden, sondern die Frage, wann", sagt "Kepler"-Forscher Steve Howell vom Ames-Forschungszentrum der Nasa.

Auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Long Beach in Kalifornien wurden Daten des Planetenjägers "Kepler" vorgestellt. Das Weltraumteleskop der US-Raumfahrtbehörde Nasa umkreist seit 2009 die Erde und hat bereits mehr als 2700 Planetenkandidaten aufgespürt. Vermutlich besitze jeder zweite Stern in etwa erdgroße Planeten, berichten die US-Wissenschaftler. Das bedeute allerdings nicht, dass es auf einem dieser Himmelskörper auch Leben gibt.

Geduldige Spurensuche

Auf der Suche nach Planeten ferner Sterne, sogenannten Exoplaneten, misst "Kepler" regelmäßig die Helligkeit von rund 150.000 Sonnen im Sternbild Schwan. Zieht von der Erde aus gesehen ein Planet direkt vor seinem Heimatstern vorbei, dunkelt er ihn ganz leicht ab. Diese Mini-Sternenfinsternis kann "Kepler" messen. Weil die automatische Auswertung der Daten nicht alle Planetenkandidaten findet, werden die "Kepler"-Beobachtungen von Freiwilligen begutachtet.

Das Tekeskop Kepler sammelt weiter fleißig Daten im Weltraum (Foto: AP)

Das Tekeskop "Kepler" sammelt weiter fleißig Daten im Weltraum

In einem solchen Bürgerprojekt wurden knapp 50 zuvor unentdeckte Planetenkandidaten aufgespürt, wie die Yale-Universität berichtete. Darunter finden sich 15 Kandidaten in der Zone ihres Sterns, in der die Temperaturen gerade richtig für flüssiges Wasser sind. Flüssiges Wasser gilt als Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Einer dieser 15 Kandidaten, ein Jupiter-großer Gasriese mit der Katalognummer PH2b, ist durch Nachbeobachtungen bereits als Planet bestätigt worden. Anzeichen für Leben wurden bisher bei keinem Exoplaneten gefunden. Der Astronom Ji Wang von der Yale-Universität betonte jedoch, dass nicht nur die Planeten selbst als mögliche Heimat für extraterrestrisches Leben infrage kommen. "Jeder Mond um den neu entdeckten, Jupiter-großen Planeten könnte bewohnbar sein."

rb/kle (dpa, afpe, rtre)