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Kultur

"Eine weltweite Bedrohung"

Nach der Ausbreitung einer lebensgefährlichen Lungenentzündung in Asien hat ein Patient in Frankfurt den ersten Infektionsalarm in Europa ausgelöst.

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Ernstfall am Frankfurter Flughafen

Mehrere europäische Staaten verstärkten am Sonntag (16.3.2003) Kontrollen und Vorsorgemaßnahmen. Noch war allerdings unklar, ob der 32-jährige Arzt aus Singapur, der seit Samstag auf der Isolierstation der Frankfurter Uniklinik liegt, tatsächlich an der mysteriösen Lungeninfektion leidet. An der Krankheit sollen bereits neun Menschen gestorben sein.

Der Infektionsspezialist hatte in seiner Heimat Anfang März mit zwei Patienten aus Hongkong Kontakt, die an der Krankheit litten. Danach reiste der Arzt nach New York zu einem Kongress. Auf dem Rückflug nach Singapur über Frankfurt bekam er im Flugzeug plötzlich hohes Fieber und Schmerzen. In Deutschland wurden er und seine Schwiegermutter sofort in die Isolierstation des Universitätskrankenhauses gebracht. 235 Mitreisende kamen vorübergehend in einer Turnhalle in Quarantäne.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stufte die als Schweres Akutes Atemnotsyndrom (SARS) bezeichnete Krankheit als ernst zu nehmende Bedrohung ein. In Genf sagte WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland: "Jetzt ist dieses Syndrom eine weltweite Bedrohung für die Gesundheit." Die Welt müsse zusammenarbeiten, um die Ursache herauszufinden.

In Notfall-Richtlinien forderte die WHO Reisende dazu auf, auf mögliche entsprechende Symptome zu achten. Dazu zählen schnell kommendes hohes Fieber, Muskelschmerzen, Heiserkeit, Atemnot und Husten. Einige Patienten entwickeln eine beidseitige Lungenentzündung, einzelne müssen beatmet werden. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch wird auf zwei bis sieben Tage geschätzt.

Infektion breitet sich aus

In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi starb am Samstag eine Krankenschwester. Nach Presseberichten handelt es sich um das neunte Todesopfer. Zuvor waren unter anderem in Kanada zwei aus Hongkong gekommene Patienten gestorben. Die Lungenentzündung soll bereits Mitte Februar in Südchina ausgebrochen sein.

Nach Angaben der WHO sind binnen der vergangenen Woche weltweit 150 Verdachtsfälle aufgetreten. In Vietnam, Hongkong und Singapur waren am Sonntag insgesamt mehr als 100 Menschen in Quarantäne, die meisten in Krankenhäusern.

Ursache unklar

Das Krankheitsbild entspricht einer atypischen Lungenentzündung. Erreger wie Chlamydien, Mykoplasmen oder Legionellen, die normalerweise atypische Lungenentzündungen verursachen, wurden von WHO-Experten bisher allerdings nicht gefunden.

Infektiöse Entzündungen des Lungengewebes können viele Ursachen wie Bakterien, Viren oder Pilze haben. Die typische Lungenentzündung wird bakteriell verursacht und setzt akut mit Schüttelfrost und Fieber ein. (kas)

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  • Datum 17.03.2003
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  • Permalink http://p.dw.com/p/3OVn
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