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Aktuell Afrika

Eine verdrängte Katastrophe

Vor zehn Jahren ereignete sich vor der senegalesischen Küste die verheerendste Schiffstragödien seit dem Untergang der Titanic. Am Mittwoch wurde des Unglücks gedacht, dessen Gründe bis heute nicht aufgeklärt sind.

Ein Vielfaches der offiziell zugelassenen 580 Passagiere sind am 25. September 2002 auf der Fähre "Joola" an Bord. Aus Ziguinchor im Süden bricht das Schiff auf in Richtung Dakar, der Hauptstadt im Norden des Senegals. Vor der Küste Gambias gerät die "Joola" in einen Sturm und kentert. Hunderte Menschen kommen ums Leben.

Widersprüchliche Angaben

Die Behörden zählen 1863 Passagiere, die beim Schiffsunglück starben. Angehörige der Opfer sprechen hingegen von mehr als 2000 Toten. Die Zahlen sind schwer zu überprüfen, da nur rund 500 Leichen geborgen werden konnten. Lediglich 64 Menschen überlebten das Unglück.

Eine Aufnahme der senegalesischen Fähre Joola wie sie im Hafen von Dakar anliegt (Foto: dpa)

Eine undatierte Aufnahme der senegalesische Fähre "Joola" wie sie im Hafen von Dakar anliegt

Sie erinnerten auf einem Friedhof in der senegalesischen Hauptstadt Dakar an die Opfer. Überlebende und Familienangehörige fordern seitdem immer wieder eine rückhaltlose Aufklärung. Die Behörden legten den Fall aber schon ein Jahr später zu den Akten. Eine staatliche Untersuchungskommission machte die Überfüllung der Fähre und Fehler bei den Rettungsmaßnahmen für die Katastrophe verantwortlich. Aber auch der Kapitän, der ebenfalls verstarb, trage eine Schuld an der Katastrophe, heißt es.

pt/rb (afp)