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Aktuell Nahost

Eine unendliche Geschichte

Die USA stehen wegen des islamfeindlichen Videos weiter im Kreuzfeuer. Ägypten forderte die Auslieferung des mutmaßlichen Regisseurs. US-Präsident Obama mahnte einen besseren Schutz amerikanischer Botschaften an.

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Protest Mohammed Film Anti Islam Indien (Foto:AP)

US-Präsident Barack Obama hat die Führer der islamischen Welt angesichts der anhaltenden Proteste gegen den in den USA produzierten anti-islamischen Schmähfilm eindringlich zum Schutz von US-Einrichtungen aufgefordert. Die USA erwarteten Zusammenarbeit, um die Sicherheit amerikanische Staatsbürger zu gewährleisten, sagte Obama dem US-Sender CBS.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte bei der Eröffnung der 67. UN-Vollversammlung in New York an die Führer auf der ganzen Welt, Worte der Mäßigung an die Menschen zu richten.

Kairo erlässt Haftbefehl gegen mutmaßlichen Regisseur

Ägyptens Justiz kündigte an, den mutmaßlichen Regisseur des Schmäh-Videos vor Gericht stellen zu wollen. Die Staatsanwaltschaft in Kairo erließ einen Haftbefehl gegen ihn und verlangte seine Auslieferung. Wegen Beleidigung des Islams soll zudem weiteren sieben an dem Video beteiligten Personen der Prozess gemacht werden. Bei ihnen handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen US-Hassprediger und um sechs koptische Christen aus Ägypten, die im Ausland leben. Den Angeklagten werde im Einzelnen vorgeworfen, der nationalen Einheit geschadet, den Islam beleidigt und öffentlich angegriffen sowie falsche Informationen verbreitet zu haben. Ihnen droht demnach die Todesstrafe. Das mit dem Fall befasste Strafgericht wird nach Angaben aus Justizkreisen einen Verhandlungstermin festlegen.

Webseiten gesperrt

Der saudische König Abdullah ließ wegen des islamfeindlichen Mohammed-Films den Zugang zu allen Webseiten sperren, auf denen das Video zu sehen ist. Die Seite der Videoplattform YouTube war am Dienstagabend aus Saudi-Arabien nicht erreichbar. Zuvor hatte das Königshaus eine Anfrage an Google geschickt, in dem sie den Besitzer von YouTube aufgefordert hatte, alle Links zu dem Video zu "verschleiern". Google hatte den Zugang zu dem Film nach der Gewalt in Libyen und Ägypten bereits in diesen beiden Ländern sowie in Indonesien und Indien gesperrt. Auch Russland erwägt wegen des Schmähfilms, den Zugang zu YouTube zu blockieren.

Satire-Zeitschrift mit Mohammed-Karikaturen

Die französische Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" will in ihrer neuen Ausgabe an diesem Mitttwoch mehrere Karikaturen des Propheten Mohammed drucken. Die Zeichnungen würden "jene schockieren, die schockiert werden wollen, wenn sie eine Zeitschrift lesen, die sie sonst nie lesen", sagte der Zeichner und Direktor der Wochenzeitschrift, Charb, dem Fernsehsender "iTélé". Angesichts der wegen des islamfeindlichen Films angeheizten Stimmung bei Muslimen stieß die Ankündigung umgehend auf Kritik.

Frankreichs Regierungschef Jean-Marc Ayrault sprach sich in einer Erklärung gegen "jeden Exzess" aus und rief zur Verantwortung auf. Auch Außenminister Laurent Fabius warnte während eines Besuchs in Ägypten vor jeder Provokation. Der Leiter der Großen Moschee von Paris, Dalil Boubakeur, rief zur Ruhe auf und forderte, "kein Öl ins Feuer zu gießen". Er habe die Ankündigung «einer Veröffentlichung, die die allgemeine Empörung in der muslimischen Welt noch zu verstärken droht, mit Erstaunen, Trauer und Sorge» aufgenommen, erklärte Boubakeur. Der Französische Rat der Muslime (CFCM) äußerte sich bestürzt über die angekündigte Veröffentlichung "beleidigender Zeichnungen". Im November 2011 waren Redaktionsräume von "Charlie Hebdo" in Brand gesetzt worden, nachdem die Satire-Zeitschrift eine Karikatur des Propheten Mohammed auf ihrem Titelblatt gedruckt hatte.

sti/jh/hp (rtr, dapd, dpa, afp)

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