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Asien

Eine Tragödie ungeahnten Ausmaßes

Bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen in Sri Lanka sind in den letzten Monaten Tausende Zivilisten getötet worden. Außenminister Steinmeier richtete einen eindringlichen Appell an die Konfliktparteien.

Flüchtlinge in Sri Lanka (Foto: AP)

Zivilisten auf der Flucht

Fast 6500 getötete und rund 14.000 verletzte Zivilisten in den vergangenen drei Monaten - das ist die traurige Bilanz der jüngsten Gefechte in Sri Lanka. Die Zahlen gehen aus internen Unterlagen der Vereinten Nationen hervor, die der Nachrichtenagentur AP seit Freitag (24.04.2009) vorliegen. Während Ende Januar jeden Tag durchschnittlich 33 Zivilpersonen getötet worden seien, sei diese Zahl zuletzt auf 116 gestiegen, heißt es darin.

Ein "humanitärer Notstand"

Die Regierung in Colombo räumte inzwischen einen "humanitären Notstand" im Kriegsgebiet ein und bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich angesichts der kritischen Lage "sehr besorgt". Zugleich kündigte er die Entsendung von UN-Beobachtern an. Die von den Regierungstruppen in die Enge getriebenen tamilischen Rebellen rief er zur Einstellung ihres bewaffneten Kampfes auf.

Laut Schätzungen der Vereinten Nationen sind in der Kampfzone im Norden Sri Lankas noch etwa 50.000 Zivilisten eingeschlossen. Rund 100.000 Menschen hätten bislang aus dem Gebiet im Nordosten des Landes fliehen können, teilte die stellvertretende UN-Beauftragte für humanitäre Angelegenheiten, Catherine Bragg, in New York mit. Nach dem jüngsten Vormarsch der Regierungstruppen kontrollieren die Tamilen-Rebellen nur noch zehn bis zwölf Quadratkilometer Sri Lankas.

Kampfgebiet (Foto: dpa)

Indien bemüht sich um Waffenruhe

Indien entsandte am Freitag einen Staatssekretär des Außenministeriums und den nationalen Sicherheitsberater nach Sri Lanka, um auf eine sofortige Waffenruhe zu drängen. "Alles Töten muss ein Ende haben. Es muss ein sofortiges Ende aller Feindseligkeiten geben", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Neu Delhi.

Deutschland bietet Hilfe an

Frank-Walter Steinmeier (Foto: dpa)

Frank-Walter Steinmeier

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier appellierte an die Konfliktparteien, den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten und humanitäres Völkerrecht einzuhalten". Internationale Hilfsorganisationen müssten sofort Zugang zu allen Flüchtlingen erhalten. Besonders wichtig sei die Versorgung mit dringend benötigten Medikamenten. Eine nachhaltige Lösung des Konfliktes könne zudem nur auf politischem Wege erreicht werden. Deutschland "steht bereit, einen solchen Prozess nach Kräften zu unterstützen", sagte Steinmeier. (wa/se/ap/afp/rtr)

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