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Aktuelles

Eine Stadt wird in Schutt und Asche gebombt

Aleppo bebe vor Luftangriffen, beschreibt ein Augenzeuge die Situation in der Stadt. Dort bereiten die Truppen von Präsident Assad gerade eine Bodenoffensive vor. Schon jetzt gibt es neue Tote und Verletzte.

Mit heftigen Luftangriffen auf den Osten Aleppos bereitet das syrische Regime seine Bodenoffensive auf die Rebellenteile der Stadt vor. Nach den jüngsten Bombardements zählte die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als 30 Luftschläge auf den von Aufständischen beherrschten Ostteil der Stadt.

Ein Augenzeuge in Aleppo beschrieb die Situation als sehr schlecht. Die ganze Stadt bebe wegen der Bombeneinschläge. Rebellen verbreiteten in sozialen Netzwerken Durchhalteparolen wie "Beschießt uns, hungert uns aus (...), egal was ihr macht, wir bleiben hier".

Wahrscheinlich auch Fassbomben im Einsatz

Die syrische Luftwaffe wirft nach Angaben der Beobachtungsstelle Fassbomben über Aleppo ab. Russland unterstützt demnach die syrischen Regierungstruppen mit Luftangriffen. Die Angaben der oppositionellen Exilorganisation lassen sich von unabhängiger Seite allerdings nicht überprüfen. Augenzeugen sprechen von 70 toten Zivilisten und mindestens 40 zerstörten Gebäuden.

Helfer bergen Tote und Verletzte aus den Trümmern nach den Luftangriffen (Foto: Picture-alliance, dpa)

Helfer bergen Tote und Verletzte aus den Trümmern nach den Luftangriffen

Einem AFP-Reporter zufolge wurden bei den Angriffen auch zwei Zentren der syrischen Weißhelme beschädigt. Die Organisation kümmert sich um Bürgerkriegsopfer und war erst am Donnerstag für ihre Arbeit mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden.

Zuvor hatte die Regierung von Präsident Baschar al-Assad den Beginn einer Offensive in Aleppo angekündigt, um den Ostteil der Stadt zurückzuerobern. Die syrische Armee rief die Menschen über die Staatsmedien dazu auf, Stellungen von "Terrorgruppen" zu meiden. Die Militärführung bezeichnet damit die verschiedenen Gruppen von Aufständischen in der Stadt. Bürger, die den Ostteil der Stadt verließen und in den von der Regierung kontrollierten Westteil übersiedelten, müssten keine Festnahmen oder Befragungen fürchten.

Weiter kein Erfolg bei Verhandlungen

In New York blieben die internationalen Bemühungen für eine Rückkehr zur Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland ohne Erfolg. Bei einem Treffen von mehr als 20 Außenministern am Rande der UN-Vollversammlung gelang es wieder nicht, sich auf eine neue Feuerpause zu verständigen, nachdem diese Anfang der Woche nach wenigen Tagen gescheitert war.

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de Mistura: "Es war ein enttäuschendes Treffen"

Der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura beklagte, Aleppo werde "attackiert" und alle Konfliktparteien hätten wieder zu den Waffen gegriffen. US-Außenminister John Kerry sagte, er sei "frustrierter" als am Tag zuvor. Sein russischer Kollege Sergej Lawrow antwortete auf die Frage, ob es eine Vereinbarung gebe, deutlich: "Nichts ist passiert." Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier berichtete von einer "sehr offenen, sehr kontroversen" Diskussion innerhalb der Gruppe. Normalerweise ist das eine Umschreibung dafür, dass gegenseitig massive Vorwürfe erhoben wurden. Steinmeier wird im Laufe des Tages auch vor der UN-Vollversammlung zu dem Thema sprechen.

Die Gespräche sollen am Freitag und im Lauf der kommenden Tagen aber fortgesetzt werden. Dabei geht es auch um die Frage, ob Russland zum Verzicht auf Luftangriffe in den Gebieten Syriens, die nicht von Islamisten gehalten werden, bereit ist.

chr/mak (dpa, afp)

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