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Saterfriesisch

Eine Sprache für drei Dörfer

Nur noch rund 2000 Menschen sprechen Saterfriesisch. Die Sprache war vom Aussterben bedroht. Ein amerikanischer Linguist schaffte Abhilfe. Das passt gut, denn viele friesische Mundarten sind dem Englischen nah verwandt.

Kirche im Saterland

Das Saterfriesische ist kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache – das letzte Überbleibsel des sonst überall verschwundenen Altostfriesischen. Gesprochen wird es nur in der Gemeinde Saterland, die aus den Orten Ramsloh, Strücklingen und Scharrel besteht.

Erst die Sprache, dann die Schrift
Traditionell sprechen die Saterfriesen ihre Sprache aber nur; sie schreiben sie nicht. Erst seit sich der amerikanische Sprachforscher Marron Fort für sie Sprache interessiert und einsetzt, gibt es auch Bücher auf Saterfriesisch.

Denn Fort hat eine einheitliche Orthographie des Saterfriesischen entwickelt. Seit den Siebzigerjahren zeichnete er mündlich überlieferte Geschichten auf und schaffte ein bleibendes Dokument der Sprache, indem er das Neue Testament übersetzte.

Einfach (und) musikalisch
Das Saterfriesische ist eine musikalische Sprache, gekennzeichnet durch lautliche Vielfalt. So besitzt es 16 verschiedene Diphtonge, also Laute, bei denen ein Vokal in den anderen übergeht, etwa in säike (suchen), skeeuw (schief), krjope (kriechen), fjauer (vier), njugen (neun), bloud (Blut) oder skäuwen (geschoben). Das Deutsche hingegen besitzt nur vier Diphtonge – au, eu, ei und ui.

Als gesprochene Sprache kennt das Saterfriesische keine komplizierten Satzkonstruktionen, und das Passiv wird kaum benutzt. So würde ein Saterfriese stets sagen: "Aan häd him in Romelse blouked" – "Man hat ihn in Ramsloh gesehen" statt "Hie wuud in Roomelse blouked" – "Er wurde in Ramsloh gesehen".

Auch der Genitiv kommt wie in vielen anderen Dialekten kaum vor. So lautet die Übersetzung von "Haus meines Vaters" "huus von min babe" oder "min babe sin huus".

Verwandtschaft unter Inseln
Die verschiedenen friesischen Sprachen und Dialekte – neben dem Saterfriesischen etwa das Nordfriesische oder das Westerlauwersfriesische – sind dem Englischen nah verwandt. Das zeigt sich zum Beispiel bei der Aussprache: Während man das s im deutschen Wort Sack weich spricht, wird es im Saterfriesischen Säk wie auch im englischen sack scharf gesprochen.

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