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Musik

Eine Romanze in Paris

Der junge Chopin will nach London. Doch sein "Zwischenstopp" in Paris ändert alles. Paris verzaubert ihn … und er verzaubert sehr schnell die Seine-Metropole. "Paris erfüllt alle Wünsche" schreibt er nach Warschau.

Portrait Frédéric Chopin (Foto: ullstein bild)

Fréderic Chopin

Nach kaum mehr als zwei Jahren liegt das "romantische Europa in Paris" Chopin zu Füssen: Heinrich Heine, Felix Mendelssohn, Franz Liszt, Hector Berlioz, ja selbst der "Star" Niccolo Paganini bewundern den virtuosen Pianisten und Komponisten. Ignace Pleyel, Komponist, Verleger und Mäzen, fördert ihn, ebenso Baron James de Rothschild.

"Der Virtuos ist gleichzeitig auch Dichter"

1835: Chopin verweigert dem russischen Zaren, der auf dem polnischen Thron herrscht, den Gehorsam, wählt das Exil. Die Eltern sieht er ein letztes Mal im böhmischen Karlsbad. Er lernt die gerade 16-jährige Maria Wodzinski kennen und lieben. Doch deren Eltern erträumen für die Tochter "etwas Besseres als diesen kränkelnden Musikus". "Moja bieda – mein Unglück" überschreibt Chopin dieses Kapitel seines Lebens. Krank und in tiefer Depression kehrt er 1837 nach Paris zurück. Freunde laden ihn ein, stellen ihm die Schriftstellerin George Sand vor.

Kreative Idylle

Blick auf den Jardin des Plantes in Paris (Foto: Picture alliance/dpa)

Jardin des Plantes in Paris

Aus anfänglicher Abneigung wird schnell eine tiefe Bindung. George Sand, die "personifizierte Antithese seiner Maria Wodzinski“, ist ein Vulkan. Sie schreibt einen Roman nach dem anderen, empfängt auf ihrem Landsitz alles, was Rang und Namen hat in Paris, darunter Balzac, Hector Berlioz, Victor Hugo und Eugène Delacroix. In dieser Gesellschaft blüht Chopin trotz angeschlagener Gesundheit wieder auf. Die zehn Jahre an George Sands Seite sind wohl seine fruchtbarste Schaffensperiode.

"Meine Seele leidet"

1841 hat Chopin seinen letzten öffentlichen Auftritt im Konzertsaal seines Gönners Pleyel. Drei Jahre später stirbt sein Vater in Warschau. George Sand notiert: "Seine Trauer ist beängstigend, sein Husten wird immer schlimmer". Der Familie in Warschau verschweigt der Komponist allerdings seinen besorgniserregenden Zustand: "So viele, die jünger und stärker waren als ich, habe ich überlebt, dass ich mich unsterblich fühle."

"Nichts währet ewig, auch nicht die Liebe"

Chopins Grab auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris (Foto: o.A.)

Chopins Grab auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris

1847: Ein heftiger Streit führt zur Trennung von George Sand, einen Schritt den Heinrich Heine und etliche andere ihr sehr übel nehmen. Eine hastig geplante sechsmonatige Konzertreise durch England und Schottland bringt Chopin nicht die erhoffte Abwechslung, sie schwächt ihn weiter. Danach wird ihm selbst der Klavierunterricht zur Qual. Chopin stirbt am 17. Oktober 1849 in Paris. Sein Leichnam ruht auf dem Friedhof Père-Lachaise, sein Herz in der Heilig-Kreuz-Basilika in Krakau.

Autor: Walter Gontermann

Redakation: Gudrun Stegen