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Sport

"Eine Riesenchance für das deutsche Tennis"

Deutschland hat wieder eine Tennishoffnung: Mit Sabine Lisicki steht erstmals seit Steffi Graf eine deutsche Tennisspielerin im Finale von Wimbledon. Hochverdient, findet DTB-Präsident Altenburg.

Karl-Georg Altenburg, DTB-Präsident (Foto: Olaf Schepers/dpa)

DTB-Präsident - Karl-Georg Altenburg

Der Präsident des Deutschen Tennisbundes Karl-Georg Altenburg erfuhr per Live-Ticker von dem Finaleinzug Lisickis. Freudestrahlend erklärte er im Exklusiv-Interview mit der Deutschen Welle, "der glücklichste Präsident der Welt" zu sein.

DW: Sabine Lisicki steht im Finale von Wimbledon. Wie bewerten Sie diesen Erfolg?

Karl-Georg Altenburg: Es ist einfach unfassbar und einmalig für Deutschland und für das deutsche Tennis. Eine Riesenchance. Ein solcher Sympathieträger, der eine solche Leistung bringt. Ich glaube, es gibt einen riesigen Schub und es ist ein Ansporn für alle, die so hart arbeiten.

Lisicki hat es aber ganz schön spannend gemacht…

Ganz schön spannend. Sie hat noch mal hinten gelegen mit einem Break im dritten Satz. Und dann das Spiel noch einmal zu drehen – das ist das Holz, aus dem ein echter Champion geschnitzt ist. Wie sie den Druck an sich hat abprallen lassen, das war enorm und hat meinen größten Respekt. So viele Zufälle gibt es gar nicht. Es ist eine super Leistung und völlig verdient. Jetzt geht sie noch mal gestärkt in das Finale. Alles ist möglich.

Achtelfinale war der Knackpunkt

Sabine Lisicki weint nach ihrem Sieg über Sernea Williams.

Tränen vor Glück: Lisicki schlägt die "unschlagbare" Serena Williams

Das Halbfinale war mehr als eng, das Achtelfinale gegen die Titelverteidigerin und große Farvoritin Serena Williams eine Sensation - welches war denn das bedeutendere Spiel?

Ich glaube schon, dass der Sieg über Serena Williams der absolute Höhepunkt war. Serena war über 30 Spiele ungeschlagen. Sie ist, wenn man sie sieht - von der ganzen Überlegenheit und Physis - jemand, der auf Rasen einfach unglaublich schwer zu schlagen ist. Da ist sicherlich der Knoten geplatzt. Da war der Punkt gekommen, wo Sabine auch selber gemerkt hat: Es gibt keine, gegen die ich nicht gewinnen kann.

Wie überraschend ist denn für Sie der erste Finaleinzug in Wimbledon seit Steffi Graf, seit 14 Jahren?

Sabine hat immer gut auf Rasen gespielt. Sie war vor zwei Jahren schon einmal im Halbfinale. Es ist jetzt nicht so, dass das eine völlige Überraschung ist. Von unseren Mädels haben einige das Potenzial - das habe ich auch vor anderthalb Jahren gesagt - ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen.

Kann Sabine Lisicki wie einst Steffi Graf oder Boris Becker einen neuen Tennisboom in Deutschland auslösen?

Ich glaube schon, denn hier kommen zwei Sachen zusammen: Eine unglaubliche Leistung, die das Resultat von viel Talent und harter Arbeit ist, und: Sabine ist ein echter Sympathieträger. Wie Novak Djokovic schon sagt: Sie macht alles mit einem Lächeln. Ich glaube, wenn man Vorbilder hat, braucht man beides: Die Leistung und den Charakter. Hier kommt beides zusammen. Deshalb glaube ich: Ja.

Das Interview führte Olivia Fritz