1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Eine Pause im Krieg um Aleppo?

Die Gefechte um die syrische Stadt Aleppo eskalieren, und die Terror-Miliz "Islamischer Staat" (IS) verzeichnet weiteren Zulauf. Da kommt der jüngste Friedensvorschlag der Vereinten Nationen vielleicht zur rechten Zeit.

So will Syriens Regierung nach eigener Darstellung den UN-Vorschlag prüfen, den Kampf um die zweitgrößte syrische Stadt Aleppo vorübergehend einzustellen. Staatschef Baschar al-Assad sei vom UN-Sondergesandten Staffan de Mistura über die Kernpunkte des Plans informiert worden und halte ihn für "prüfenswert", wurde in Damaskus mitgeteilt. An dem Vorschlag für eine örtlich begrenzte Waffenruhe sollte demnach weiter gearbeitet werden, "um die Sicherheit in Aleppo wieder herzustellen". Assad hatte sich zuvor mit de Mistura in der syrischen Hauptstadt getroffen.

Mit Sprengstoff gefüllte Ölfässer

Aus Aleppo gab es zuletzt immer wieder Meldungen über den Abwurf von Fassbomben durch die syrische Luftwaffe, die auf diese Weise schon tausende Menschen in den von Rebellen kontrollierten Vierteln der Stadt getötet haben soll. Fassbomben sind mit Sprengstoff gefüllte Ölfässer, deren Abwurf über bewohntem Gebiet - vor allem wegen der großen Ungenauigkeit - wiederholt von Menschenrechtsgruppen und durch eine UN-Resolution verurteilt wurde.

Der Sondergesandte De Mistura hatte bereits Ende Oktober dafür plädiert, in einigen syrischen Bürgerkriegsgebieten örtliche Waffenruhen zu vereinbaren, um die Verteilung humanitärer Hilfsgüter zu ermöglichen. Aleppo bezeichnete er als "einen guten Kandidaten" für eine solche kampfberuhigte Zone.

Staffan de Mistura (Foto: AFP)

Der Vermittler: Staffan de Mistura

Doch fraglich ist, inweiweit sich - neben den Aufständischen in Syrien - die IS-Miliz überhaupt in ein Abkommen einbeziehen lässt. Denn es ist gerade deren militärischer Erfolg, der offenbar immer mehr gewaltbereite Kämpfer und ganze Dschihadistengruppen auf den Plan ruft. Und das wohl auch außerhalb des Kampfgebietes im Irak und in Syrien. Nach Islamisten aus Libyen und Algerien hat sich mit der in Ägypten kämpfenden Gruppe Ansar Beit al-Makdis ("Unterstützer Jerusalems") nun die bislang größte Bewegung dem IS angeschlossen. Dies geht aus einer im Internet veröffentlichten Audiobotschaft hervor. Die extremistischen Sunniten, die auf der Terrorliste der USA stehen, haben sich in der Vergangenheit zu zahlreichen Anschlägen im Norden der Sinai-Halbinsel und in der ägyptischen Hauptstadt Kairo bekannt.

IS Kämpfer auf einem Archivbild (Foto: Zumapress)

So präsentieren sich die islamistischen Kämpfer vor den Kameras

Der IS hat seit Juni mit einem brutalen Vormarsch in Syrien und im Irak bereits große Gebiete unter seine Kontrolle gebracht. Im September hatten sich algerische Islamisten als Dschund al-Chilafa ("Soldaten des Kalifats") der Terrormiliz angeschlossen. Ende Oktober schworen dann Islamisten der ostlibyschen Küstenstadt Derna dem IS ihre Treue.

Was ist mit dem IS-Anführer?

Weiterhin unklar ist, ob IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi bei einem Angriff verletzt wurde. Das Innen- und das Verteidigungsministerium im Irak machten zum Schicksal Al-Bagdadis unterschiedliche Angaben. Laut einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Mitteilung des Innenministeriums soll er am Sonntagmorgen bei einem Schlag irakischer Spezialkräfte getroffen worden sein. Der irakische Verteidigungsminister gab hingegen an, Al-Bagdadi sei bei einem von den USA durchgeführten Angriff am Freitagabend verletzt worden. Dies würde wohl der "neuen Phase" im Kampf gegen den IS entsprechen, die US-Präsident Barack Obama ankündigte. Doch das Pentagon erklärte, in Washington könne man die Berichte über einen Angriff auf Al-Baghdadi nicht bestätigen.

ml/cr (dpa, rtr, afp)