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Kultur

Eine neue Welt im World Wide Web

Am Anfang war nichts als Teppichboden: Ohne Schreibtische, ohne Drucker und sogar ohne PC startet 1994 die Online-Abteilung der Deutschen Welle: Das DW-Jahrzehnt im Web im Schnelldurchlauf.

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Die deutsche Startseite

Herbst 1994. Die Deutsche Welle (DW) hat einen Spezialauftrag an ein dreiköpfiges Team vergeben. Die Mission lautet: Geht online! Als erster öffentlich-rechtlicher Sender Deutschlands. Mit allen 30 Sprachen. Das Wunder gelingt und es heißt – zunächst: www.dwelle.de. Alle Sprachen online, ab 1996 mit Audio- und Video-Streams. Vieles läuft zunächst in "Handarbeit".

Amharisch für Fortgeschrittene

Hörfunk-Redakteure bringen ihre Beiträge auf Diskette in die Internet-Abteilung. Dort werden sie aufbereitet und ins Netz gesetzt. Aber woher weiß der deutsche Online-Mitarbeiter, wo die Überschrift eines amharischen Textes aufhört, die fett gedruckt sein muss, und wo der Text beginnt? Was tut man, wenn die falsche Speicherung eines chinesischen Texts die gesamte Website der DW in chinesische Schriftzeichen umwandelt?

Ende der 1990er-Jahre wird es Zeit für einen Relaunch. Ziele: ein neuer Name (www.dw-world.de), umfangreiche Angebote in sechs Schwerpunktsprachen (Deutsch und Englisch, dazu Brasilianisch, Chinesisch, Russisch und Spanisch), produziert von Online-Redakteuren. Jede Sprache soll ihren eigenen Fokus haben. Alle Redaktionen sollen mittelfristig ihre Seiten selbst mit Inhalten versehen. Das Online-Team soll stärker redaktionell arbeiten, nicht nur Beiträge und Programm begleitende Informationen von DW-RADIO und DW-TV einstellen. Und alles eingekleidet in neues Design – eingebettet in die Weiterentwicklung des gesamten Corporate Design der Deutschen Welle.

Nervennahrung

20 Leute arbeiten ein Jahr lang an diesem Relaunch. Rund um die Uhr. Einschneidendes Erlebnis für Online-Chef Guido Baumhauer: Kurz vor Mitternacht steht ein Kollege der arabischen Redaktion von DW-RADIO in der Tür – bepackt mit zwei vollen Tüten von der Tankstelle: "Ich habe gesehen, dass Ihre Truppe noch arbeitet. Für uns. Da dachte ich, Sie brauchen bestimmt Nervennahrung."

Am 15. November 2001 ist es soweit. DW-WORLD.DE geht online: Video- und Audiostreams, Bilder und Grafiken und interaktive Elemente sorgen für viel positives Feedback von den Usern. Sie wollen mitreden – ob es um den möglichen Beitritt der Türkei zur EU geht oder um die Nachfolge von Rudi Völler. Auch Spiele passen auf die Seite als lockerer, aber doch anspruchsvoller Ausgleich zu den harten Informationen – aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

DW-WORLD.DE etabliert sich

30 feste und eine Reihe freier Mitarbeiter kümmern sich inzwischen um die ständige Aktualisierung. Zwei bis drei Online-Redakteure pro Pilotsprache beschäftigen sich ausschließlich mit ihren Seiten. Die Zusammenarbeit mit den Redaktionen von DW-RADIO und DW-TV, soweit sie ihre Internet-Seiten neben dem Tagesgeschäft selbst bestücken, läuft einwandfrei. Online ist keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung zu den Hörfunk- und Fernsehprogrammen. Das neue DW-Gesetz wird diese Definition als drittes mediales Standbein der DW bestätigen.

"Eine Nachrichtenseite im klassischen Sinne sind wir nicht. Das Team ist zu klein, um einen Newsroom bestücken zu können, der rund um die Uhr arbeitet", erläutert Guido Baumhauer. DW-WORLD.DE setzt stattdessen auf Hintergrund und Analyse, konzentriert sich auf deutsche, europäische und internationale Themen. Und noch ist DW-WORLD.DE nicht am Ziel seiner Reise ins World Wide Web. Demnächst wird Arabisch auch als Schwerpunktsprache im Basisangebot hinzukommen. Fortsetzung folgt.

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