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Musik

Eine neue Oper für Istanbul

Während der Gezi-Proteste 2013 spielte das Atatürk Kulturzentum eine wichtige Rolle. Jetzt will Erdoğan an seiner Stelle ein neues Opernhaus errichten lassen. Gegnern des Projekts wirft er ideologische Besessenheit vor.

"So Gott will, wird es eine Ehre und ein Symbol für Istanbul und unser Land werden." Mit diesen Worten präsentierte Staatschef Erdoğan am Montag (6.11.2017) nach einem jahrelangen Streit um die Zukunft der Oper seine Pläne für einen Neubau. Errichtet werden soll der neue Komplex an der Stelle, wo bislang die alte Oper, das Atatürk-Kulturzentrum (AKM), am Taksim-Platz steht. Zu diesem Zweck soll das leerstehende Gebäude abgerissen werden.

Das neue Gebäude

Auch das neue Kulturzentrum in Istanbul, das im ersten Quartal 2019 seine Pforten öffnen soll, wird den Namen des Staatsgründers Atatürk tragen. Die Front soll sich an der modernistischen Glasfassade des alten Opernhauses orientieren. Architekt des Gebäudekomplexes ist Murat Tabanioglu, der Sohn des Erbauers des alten Kulturpalastes in Istanbul. Das zukünftige Kulturzentrum solle nicht nur den Eliten, sondern allen Bürgern offen stehen, sagte er. Neben der Oper mit 2.500 Plätzen soll der Bau auch ein Kino, eine Bücherei, mehrere Konzerthallen und Ausstellungsräume beherbergen.

Türkei Istanbul Erdogan präsentiert Pläne für Opernhaus (Getty Images/AFP/O. Kose)

Staatschef Erdoğan präsentiert seine Opern-Pläne

Symbol der Geschichte
Für viele Türken ist die alte Oper zum Symbol der Gezi-Proteste von 2013 geworden. Damals hatten viele Bürger landesweit gegen die Regierung Erdoğans demonstriert und das AKM besetzt. Der geplante Abriss des Gebäudes hatte für großen Widerstand gesorgt. Der Staatschef kritisierte bei seiner Präsentation, der Widerstand gehe nicht auf kulturelle Gründe zurück, sondern auf "ideologische Besessenheit". "Die Gesinnung, die gegen den Wiederaufbau des AKM ist, und die Mentalität, die versucht, den Kampf der Türkei gegen Terrororganisationen zu verhindern, ist dieselbe", so Erdoğan.

1969 wurde der "Istanbuler Kulturpalast" für Opern-, Ballett- und Theateraufführungen eröffnet. Nach einem Brand im Jahr 1970 wurde es renoviert und sieben Jahre später wiedereröffnet. Seit 2008 ist das Haus am Taksim-Platz geschlossen. Mit dem Neubau hofft Erdoğan auf eine Belebung des Platzes. Er kündigte an, dass der gesamte Bereich zur Fußgängerzone werde.

cp/suc (afp, dpa)

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