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Sport

Eine neue Generation erobert die Fitness-Studios

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Und die ältere Generation ist auch immer 'fitter'. Vor 20 Jahren lag das Durchschnittsalter in Fitness-Studios noch unter 30, heute sind die Mitglieder über 40 Jahre alt.

Aktive Senioren im Fitnesscenter

Junggebliebene Senioren im Fitnesscenter

Die Branche hat auf diesen Trend reagiert und ein Zertifikat mit dem Namen "best age" eingeführt. Damit werden Fitness-Studios ausgezeichnet, die sich auf die speziellen Bedürfnisse der sogenannten "Generation 50 plus" eingestellt haben. Eines davon ist in Bedburg bei Köln, wo die 72-jährige Luni Meul seit vielen Jahren begeistert trainiert. "Manchmal muss man sich ermahnen: steh auf, du musst gleich fahren. Aber es tut gut und deswegen hält man es auch ganz regelmäßig durch!", sagt die sportliche ältere Dame - während sie auf dem Fahrrad-Ergometer sitzt, um ihre Ausdauer zu trainieren. Sonst macht sie auch gerne bei der Wirbelsäulen-Gymnastik oder beim Aquatraining mit.

Altersgerechte Angebote sind wichtig

Wassergymnastik fuer Senioren

Wassergymnastik für Senioren

Bereits seit über zehn Jahren managt Gunhild Weissenberger das Therapiezentrum in Bedburg. Neben dem Fitness-Studio gibt es in den Räumlichkeiten unter anderem auch eine Physiotherapie-Praxis. "Man bietet also ein gewisses Ambiente für die Leute, um auch in der Lage zu sein, sich mit der älteren Generation zu beschäftigen." Für sie ist es wichtig, dass sich ihre Kunden nicht "aufs Abstellgleis geschoben fühlen."

Gunhild Weissenberger hat die Erfahrung gemacht, dass die älteren Mitglieder vor allem deswegen gerne kommen, weil hier nicht "die Reichen und Schönen rum rennen", wie sie selbst sagt. Hier könne man altersgerecht und unter Gleichgesinnten trainieren - ohne sich genieren zu müssen.

Die 59-jährige Angelika Schmitt, die hier ebenflals regelmäßig trainiert, ist durch den Sport nicht nur leistungsfähiger geworden sondern auch selbstbewusster. "Die Muskulatur hat sich verändert. Ich neige auch ein bisschen zu Fülligkeit und ich merke, dass sich die ganze Muskulatur gestreckt hat - und das ist top!"

Fitness - keine Frage des Alters

Menschen im Fitnessstudio [

Die Jungen sind nur noch selten unter sich

Je früher man mit dem Sport beginnt, umso besser ist die Fitness im Alter. Denn schon ab dem 30. Lebensjahr lässt diese bei Untrainierten nach, erklärt der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Theodor Stemper: "Etwa 1Prozent nimmt die Muskulatur dann pro Jahr ab. Und wenn man 70-jährige, die nicht trainiert haben, testet, dann haben die etwa noch die Leistungsfähigkeit von 8 bis 9-jährigen."

'Fit sein' ist also grundsätzlich keine Frage des Alters, sondern des regelmäßigen Trainings. Und vor allem 'richtig' trainieren ist wichtig. Das musste der 62-jährige Heinz Holz leidvoll erfahren. Er habe in seinem Leben zu viel Sport gemacht und auch völlig falsch trainiert, sagt er. Jetzt sei sein Rücken kaputt. Im "best age"-Fitness-Studio findet er nun fachliche Anleitung für ein sinnvolles Training."

Wer rastet der rostet

Dass es sich lohnt, auch im Alter noch etwas für die Fitness zu tun, zeigen stets aufs Neue wissenschaftliche Studien. Aber auch erfrischende Beispiele aus der Praxis. Der bereits angesprochene Verlust an Muskelmasse mit zunehmendem Alter führt zu Folgeerscheinungen wie schwachen Armen und Beinen, einem eingeschrängten Bewegungsradius und Wahrnehmungsstörungen. Und damit erhöht sich auch deutlich die Sturz- und Verletzungsgefahr. Natürlich können diese Einbußen langfristig nicht vollkommen ausgeglichen werden, aber durch entsprechende Bewegung und Sport kann das 'fit sein' im Alter deutlich verlängert werden - und im besten Fall auch noch richtig Spaß machen!

Audio und Video zum Thema