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Aktuell Nahost

Eine Million Syrer geflohen

Der Bürgerkrieg in Syrien treibt immer mehr Menschen in die Flucht. Allein seit Anfang des Jahres verließen mehr als 400.000 Syrer, darunter viele Kinder, ihre Heimat. Die UN warnen vor einer "absoluten Katastrophe".

Die Vereinten Nationen schlagen ein weiteres Mal Alarm: Viel früher als erwartet hat die Zahl der syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge die Eine-Million-Grenze überschritten. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, betonte in Genf, der Exodus sei weitaus stärker als noch im Dezember vermutet.

Seit Anfang des Jahres sind weit mehr Menschen aus Angst um ihr Leben aus dem Bürgerkriegsland geflohen als je zuvor seit Beginn der Revolte gegen Staatschef Baschar al-Assad vor zwei Jahren. Viele der Flüchtlinge sind Kinder, die meisten von ihnen noch keine elf Jahre alt. Guterres warnte: " Eine Million Menschen auf der Flucht, mehrere Millionen Vertriebene im eigenen Land und Tausende von Menschen, die jeden Tag die Grenzen überqueren - Syrien bewegt sich auf ein völliges Desaster zu."

Nachbarländer überfordert

Oftmals treffen die Flüchtlinge traumatisiert, lediglich mit Habseligkeiten, in den Nachbarländern ein. Die meisten Syrer sind nach UN-Angaben in die Türkei, den Libanon, den Irak, nach Jordanien (Artikelbild) oder Ägypten geflohen. In jüngster Zeit schlügen sich die Vertriebenen aber auch nach Nordafrika und Europa durch.

Für die Aufnahmeländer sind die Folgen der Zuströme schwerwiegend. Jordanien hat mehr als 420.000 Flüchtlinge aufgenommen, der Libanon beherbergt mehr als 317.000 Syrer. Die Bevölkerung dort erhöhte sich damit um zehn Prozent, wie Guterres erläuterte. Die Türkei, die mehr als 180.000 Flüchtlinge versorgen muss, gab bisher 600 Millionen US-Dollar zur Einrichtung von 17 Lagern aus.

Syrische Flüchtlingskinder beim Unterricht in einem Lager in Jordanien (Foto: dpa)

Syrische Flüchtlingskinder beim Unterricht in einem Lager in Jordanien

Hilfsappell der UN

Der UN-Hochkommissar verlangte nochmals eindringlich: "Die Tragödie muss gestoppt werden." Die internationalen Hilfsorganisationen verfügen nach seinen Worten kaum noch über Geld, Lebensmittel, Zelte und andere humanitäre Güter für die notleidenen Menschen. Guterres beklagte zugleich, dass für ein Konzept zur Versorgung von 1,1 Millionen syrischen Flüchtlingen bis Juni 2013 von der internationalen Gemeinschaft erst 25 Prozent der erforderlichen Gelder zugesagt worden seien.

Eine politische Lösung des Konflikts zwischen Assad und den Aufständischen ist nach wie vor nicht in Sicht. So sollten doch wenigstens die humanitären Helfer "die Mittel bekommen, die sie brauchen, um Leben zu retten und Not zu lindern", mahnte Guterres.

se/uh (ap, dpa, epd, rtr, afp)