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Aktuell Welt

Eine makabre Reise auf der Unglücksroute der "Titanic"?

Hundert Jahre nach dem Untergang der "Titanic" ist ein Kreuzfahrtschiff mit genau derselben Anzahl Passagiere auf den Spuren des Ozeanriesen von England aus in See gestochen. Mit an Bord: Nachfahren von Opfern.

Die "MS Balmoral" legte am Sonntag in Southampton ab, wie seinerzeit die "Titanic". Auf seiner zwölf Nächte dauernden Reise nimmt das Kreuzfahrtschiff auch dieselbe Reiseroute. Wie bei der Jungfernfahrt der "Titanic" im Jahr 1912 sollen Zwischenstopps im nordfranzösischen Cherbourg und in Queenstown im Süden Irlands eingelegt werden. Unter den 1309 Passagieren an Bord - exakt die gleiche Zahl wie vor hundert Jahren - befinden sich auch Nachkommen von Opfern der Katastrophe.

Nach sechs Tagen soll die Unglücksstelle erreicht werden. Über dem in acht Kilometern Tiefe liegenden Wrack der "Titanic" ist in der Nacht vom 14. zum 15. April eine Gedenkveranstaltung geplant, wie das Reiseunternehmen Miles Morgan Travel mitteilte. Anschließend soll die "Balmoral" dann nach New York weiterreisen.

Atmosphäre von 1912

MS 'Balmoral' (Foto: AP)

Bis zu 7200 Euro kostet die Reise mit der 'Balmoral' pro Person

Die Organisatoren haben versucht, die damalige Atmosphäre an Bord - ohne den Untergang - erlebbar zu machen. Während der Überfahrt finden Vorträge von "Titanic"-Experten statt, ein Orchester spielt Musik aus der damaligen Zeit, und auch die Mahlzeiten sind auf die Original-Speisekarte abgestimmt. Viele der Passagiere kleideten sich entsprechend der Mode von 1912.

Teilnehmer wiesen Vorwürfe zurück, die Reise sei makaber. "Ich finde es sehr schön, genau hundert Jahre nach seinem Tod am Grab meines Ur-Großvaters sein zu können", sagte Suzie Millar, Urenkelin eines Miterbauers der "Titanic".

Das damals größte Schiff der Welt hatte am späten Abend des 14. April 1912 auf der Fahrt nach New York einen Eisberg gerammt und war daraufhin untergegangen. Nur 700 der rund 2200 Menschen an Bord überlebten das Unglück.

wa/se (afp, dapd, dpa)