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"Eine listige Frage, wirklich!"

Die Europäische Union und die Türkei, die Schnellfeuerwaffen in amerikanischen Haushalten, die Stromerzeugung aus Biomasse und - allen voran - Sinn und Unsinn von Kunstsprachen beschäftigten unsere Leser in dieser Woche.

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Sollte die EU Beitrittsverhandlungen mit der Türkei aufnehmen?

Wenn es in dieser Frage ein Referendum in Form einer Volksbefragung gäbe und diese positiv zugunsten eines Beitritts der Türkei ausfallen sollte, soll die Türkei meinetwegen EU-Mitglied werden. In dem Fall würde ich es vorziehen, meinen Lebensabend in China zu verbringen. ( Hans Baum, Shanghai)

Gehört die Türkei zu Europa? Meiner Überzeugung nach, eindeutig nicht. Die islamische Welt, und dazu gehört nun mal die Türkei, passt mit ihrem kriegerischen Weltanspruch nicht in ein modernes Europa. Der Islam ist eine Bedrohung des Weltfriedens. Mit Feuer und Schwert, so die religiöse Forderung, soll diese von Männerwillkür geprägte Religion in der gesamten Welt verbreitet werden. […] Andererseits: Der Beitritt könnte gerade für die Abschaffung der Misstände in der Türkei ein Segen sein. Ich für meinen Teil habe da allerdings meine Zweifel. Zu tief sitzt der unheilvolle Mix aus Religion und Patriarchat im Blut dieser Menschen. (Axel Schramm )

Es wäre ungeheuerlich, die Türkei nicht zu Verhandlungen nach 42 Jahren Wartezeit und Versprechungen einzuladen. Von der Wirtschaft her, glaube ich, sind Bulgarien und Rumänien wohl sicher noch weiter davon entfernt, EU-reif zu sein. Wenn es heißt, die Türkei passe geographisch nicht zu Europa, wo liegt dann das beigetretene Zypern? Wenn sich die EU nicht ganz als unglaubwürdig hinstellen soll, dann müssen mit der Türkei Verhandlungen aufgenommen werden. (Josef Kurz)

Wenn die Türkei keine Möglichkeiten erhält, der EU beizutreten, dann haben wir eine richtige Trennung zwischen Ost und West, Christen und Muslimen. Der Osten wurde vom Westen immer als Handlanger betrachtet und genutzt, nie als gleichberechtigte Partner. […] Durch die Türkei als Mitglied in der EU zeigt Europa, dass es offen ist und sich mit Andersdenkenden beraten will. Die Türkei ist das Tor zum Osten in allen Belangen. (Günter Bähr)

Die EU ist eine demokratische Gemeinschaft. Nur ein vernünftiger Ausschluss von Staaten, die nicht die gleichen Werte vertreten, verhindert neuen Rechtsextremismus oder gar Untergang der EU. Wir sollten nicht dumm und blauäugig auf alle Versprechen sofort mit einer unverrückbaren Entscheidung antworten. Warum wartet die EU nicht einfach 10 Jahre, und schaut, wie sich die Türkei mit den demokratischen und humanistischen Vorsätzen entwickelt? (??? Seidel)

US-Bürger dürfen wieder Schnellfeuerwaffen kaufen

Der Schreiber dieser Meldung hat keine Ahnung von den US-Bestimmungen, oder verbreitet absichtlich Falschmeldungen. Halbautomatische Waffen sind niemals verboten worden, lediglich Magazine mit mehr als 10 Schuss. Nicht 19 halbautomatische Waffen waren verboten, sondern 259. Die UZI, AK47 Avtomat, z.B. sind als vollautomatische Waffen bereits seit 1938 verboten, nicht frei verkäuflich und fielen niemals unter das Brady Law. "Mit der Uzi auf die Strae" ist also eine Lüge und dient nur als unseriöse Sensationsmache für gewisse Kreise in Deutschland. Quellen: http://www.whit.org/davisda/awfinal1.txt Impact Evaluation of the Public Safety and Recreational Firearms Use Protection Act of 1994 (Frank Lauter)

Stromgewinnung aus Biomasse

Wenn wir unsere Energieversorgung umstellen wollen (müssen!), um weg von den fossilen oder atomaren Quellen (die versiegen, bewaffnete Konflikte auslösen, deren Reststoffendlagerung nicht gelöst ist) und gleichzeitig regionalwirtschaftliche Effekte dringend brauchen, kommen wir an einer energetischen Nutzung der Biomasse nicht herum. Und warum auch, wo ist denn das Problem, diese Techniken verstärkt zu fördern? ( Andreas Fennert)

Nach jahrelanger Entwicklung von landwirtschaftlichen Biogasanlagen, die meist nur die hofeigene Gülle behandelt haben und daraus Strom und Wärme für den Hof erzeugt haben, ist nun mit dem neuen EEG und der Biomasseverordnung der Sprung in die Breitenwirkung geschafft. Dies wird der Landwirtschaft sicherlich ein neues positives Image verschaffen als Energielieferant der Gesellschaft [...] Ein Biogasreaktor erzeugt CO2-neutral Strom, der sonst über Kernkraft, Kohle oder Gas erzeugt werden müsste, da sollten wir die moralische Verurteilung, Lebensmittel zu Strom zu vergären, neu überdenken. (Stefan Vogel)

"Sind Kunstsprachen noch zeitgemäß!" fragten wir in die Runde – und erhielten Unmengen von Zuschriften

Auf den drei Esperanto-Silvestertreffen in Deutschland werden in diesem Jahr über 500 Teilnehmer erwartet - mehr als je zuvor, und sicher ein Zeichen dafür, dass Esperanto eine zeitgemäße Sprache ist. Mit meiner Frau (einer Chinesin) und unserer zweijährigen Tochter spreche ich Esperanto täglich. (Ulrich Matthias)

(DW-WORLD: Sind Kunstsprachen wie Esperanto noch zeitgemäß?) Eine listige Frage, wirklich! In ihr versteckt sich schon die ganze Antwort des Fragestellers. "Kunstsprachen" seien alle gleich, so wird hier suggeriert, ob Esperanto oder Klingonisch - bestenfalls ein obskures Hobby! "Noch zeitgemäß" - das heißt wohl, dass das Sprachenproblem in der internationalen Kommunikation heute längst gelöst sei. Das Sprachenproblem ist nicht gelöst, weder in Europa noch weltweit, und Englisch allein ist nicht die Antwort. Bemerkenswert, dass in Ihrem Artikel "Schmeichlerische Sprachmelodien zwar Links zu Schleyer und Klingonisch, nicht aber zu Esperanto zu finden sind. (Horst Gruner)

Kunstsprachen wie Esperanto waren wohl noch nie wirklich zeitgemäß, und sind es auch heute noch nicht. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass sie es noch werden, spätestens bei der europäischen Unabhängigkeitserklärung gegenüber dem Amerikanischen Imperium. Sie sind also eigentlich ihrer Zeit voraus. Die Frage müsste eigentlich vielmehr lauten, ob Deutsch noch zeitgemäß ist. Im Gegensatz zu Esperanto, Französisch, Finnisch, und den meisten anderen Sprachen, schafft es Deutsch nicht mehr, eigene Wörter für moderne Begriffe wie Computer, E-Mail, etc. zu schaffen, die sich in der Sprachgemeinschaft auch durchzusetzen vermögen. Deutsch ist somit eigentlich eine tote Sprache ... Schade! (Benno Frauchiger)

Ob Kunstsprachen noch zeitgemäß sind, darüber müssen und können nur die urteilen, die eine "Kunstsprache" beherrschen. Die Zahl der Sprecher ist relativ unwichtig. Weltweit genügend verbreitet ist nur die Dummheit. Es sprechen genügend viele Menschen und genügend lange Esperanto, dass es keine "Kunstsprache" mehr ist und man genügend viele Gesprächspartner findet. Damit ist das ehemalige Experiment gelungen. Wer als Außenstehender trotzdem weiter daran rummäkelt, soll es ruhig tun: Hundoj bojas, la karavano pluiras. (Rudolf Fischer)

Na klar (sind Kunstsprachen zeitgemäß)! Gerade in der heutigen Zeit ist internationale Verständigung wichtig. In Deutschland meinen zwar viele, sie sprächen gut Englisch und internationale Kommunikation sei deshalb kein Problem. Die Realität sieht aber leider ganz anders aus. In einem internationalen Projekt mit Mitarbeitern aus Großbritannien und Deutschland kann ich gerade mal wieder persönlich erleben, wie schlecht viele Deutsche Englisch sprechen und zu wie vielen Missverständnissen und Problemen es bei der Kommunikation mit englischen Muttersprachlern kommt. Esperanto könnte hier helfen. Es ist leicht erlernbar und fördert das Verständnis für andere Kulturen. ( Dirk Kretschmann)

Anmerkung in eigener Sache:

Wir freuen uns über jede Zuschrift, aber wir können nicht alle Leserbriefe veröffentlichen. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Die Inhalte geben die Meinung der User, nicht die Meinung der Redaktion wider.

Sie wollen noch einmal nachlesen, wovon in den jeweiligen Artikeln die Rede war? Dann klicken Sie auf untenstehende Links!

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  • Datum 24.09.2004
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