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Sport

"Eine große Lüge": Armstrong gesteht Doping

Das Versteckspiel ist vorbei. In einer US-Talkshow gesteht Ex-Radprofi Lance Armstrong, was Beobachtern längst klar war: Er hat gedopt. Mit Epo, Eigenblut und Testosteron, und bei allen sieben Tour-de-France-Siegen.

Bei der Ausstrahlung eines TV-Interviews mit US-Talkerin Oprah Winfrey gab der 41-Jährige zu, bei all seinen sieben Tour-de-France-Siegen zwischen 1999 und 2005 gedopt gewesen zu sein. Sein Geständnis komme "zu spät", räumte Armstrong ein. "Ich sehe die Lage als eine große Lüge. Die Wahrheit lautet anders, als alles was ich gesagt habe", erklärte der ehemalige Radprofi, der von Winfrey in einem Hotel in seinem Heimatort Austin/Texas befragt wurde. Die Sendung war vor drei Tagen aufgezeichnet worden.

Armstrong erzählte, er habe Mitte der 90er Jahre begonnen, zu dopen. Es sei für ihn so selbstverständlich geworden wie "Reifen aufpumpen". Er habe EPO, Eigenblut, Kortison und Wachstumshormone verwendet. Armstrong erklärte, es sei nicht möglich, sieben Tour-de-France-Titel ohne Doping zu gewinnen. "Hat sich das (Doping) damals nicht falsch angefühlt", fragte Winfrey. "Nein", entgegnete Armstrong. Die Siege bei der Tour de France wurden Armstrong bereits aberkannt.

Lance Armstrong im TV-Gespräch mit Oprah Winfrey (Foto: George Burns/AP/dapd)

Lance Armstrong im TV-Gespräch mit Oprah Winfrey

Allerdings wolle er nicht behaupten, dass zu der damaligen Zeit alle Fahrer gedopt gewesen seien, betonte der Texaner. "Ich kannte ja nicht jeden, kann das also nicht so sagen." Zudem stritt Armstrong ab, andere unter Druck gesetzt zu haben, auch zu dopen. Das wird ihm von ehemaligen Teamkollegen vorgeworfen.

Armstrong: UCI verschleierte keinen positiven Test

Armstrong wies auch Vermutungen zurück, dass ein positiver EPO-Test während der Tour de Suisse 2001 vom Radsport-Weltverband UCI verschleiert worden sei. Teamkollegen hatten zuvor ausgesagt, Armstrong habe als Gegenzug der UCI 125.000 Dollar gespendet. "Die Geschichte ist nicht wahr", erklärte der Ex-Champion. "Es gab keine positive Probe, keine Bestechung des Labors, kein geheimes Meeting mit dem UCI-Chef", sagte er. "Manche Dinge waren vielleicht dubios, aber das hier nicht."

Vor der Sendung war spekuliert worden, dass Armstrong den ehemaligen UCI-Chef Hein Verbruggen und dessen Nachfolger Pat McQuaid belasten könnte. Dass der ehemalige Vorzeige-Sportler jahrelang verbotene leistungsfördernde Substanzen genommen hatte, steht seit 2012 fest, als ihm in einem Bericht der US-Antidoping-Agentur USADA massive Dopingvergehen nachgewiesen worden waren.

Der Radsport-Weltverband UCI reagierte mit der Aberkennung von Armstrongs Tour-Siegen sowie einer lebenslangen Sperre. Auch seine olympische Bronzemedaille aus dem Jahr 2000 muss Armstrong zurückgeben. Ende 2012 hatte Armstrong Doping bereits faktisch zuzugeben, als er auf juristische Schritte gegen die Vorwürfe verzichtet hatte. Der zweite Teil des Interviews wird am Samstag (deutsche Zeit) ausgestrahlt.

WADA fordert Geständnis unter Eid

Derweil hat die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA von Armstrong ein "umfassendes Geständnis unter Eid" verlangt, um Verhandlungen über eine mögliche Reduzierung seiner lebenslangen Sperre aufzunehmen. "Nur wenn er den Behörden unter Eid alles berichtet, was er weiß, kann ein solcher Prozess beginnen", sagte WADA-Generaldirektor David Howman in einem Statement.

wl/wa/hz (dpa, afp, rtr, dapd)

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