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Eine frostige Angelegenheit

Ob kalt gestellt oder kalt gemacht, ob kalte Schulter oder kalte Füße, ob frostige Stimmung oder gebrochenes Eis: Gefrorenes und andere kalte Angelegenheiten gibt's mehr als genug – und das nicht nur im Winter.

Ein Schneemann sitzt auf einer Bank

Mancher kann sich in der Kälte entspannen

Wer scheut ihn nicht, den Kältesturz, wenn man gerade vom Urlaub aus dem warmen, sonnigen Süden kommt – oder die Kaltfront, die sich von Osten nähert. Sie bedeutet nämlich: eisige Temperaturen, dicke, warme Mäntel und eine saftige Heizkostenrechnung. Kalt ist das Gegenteil von warm. Beides hat gute und weniger gute Seiten: So wird Kaltes auch zum Abkühlen an heißen Tagen genutzt und Warmes, wie zum Beispiel ein Glühwein, wärmt an frostigen Wintertagen nicht nur das Herz.

Frierende Frauen und kaltherzige Männer

Eine Frau in einem Pelz lehnt über einem Heizkörper

Das Beste für Verfrorene: direkt am Heizkörper bleiben

"Schatz, mir ist so kalt!": Welcher Mann hat diesen Satz nicht schon gehört, bevor er in Kontakt mit den eisigen Händen oder Füßen einer ihm geliebten Frau kam. Wer das ständige Frieren der Frauen aber auf Wehleidigkeit zurückführt, der sollte sich einmal für die Evolutionsgeschichte erwärmen. Frauen können nämlich nichts für ihre frostigen Gliedmaßen.

Durch ihren geringeren Muskelanteil können sie viel weniger Wärme produzieren als Männer. Vielleicht sollten diese also etwas weniger kaltherzig sein und ein bisschen Mitgefühl zeigen. Schließlich gibt es ja auch den einen oder anderen Mann, der vor einem ersten Date kalte Füße bekommt. Ihm geht dann umgangssprachlich der Arsch auf Grundeis vor Angst.

Von gebrochenem Eis und frostiger Stimmung

Ein Eisbrecher

Beim ersten Date: langsam das Eis brechen

Ist diese Angst überwunden, geht es darum, das Eis zu brechen, also die erste Unsicherheit und Aufregung zu lösen. Gerade bei einer ersten Verabredung hat man ja oft das Gefühl, sich in einem gefährlichen, unsicheren Gebiet – also auf dünnem Eis – zu bewegen. Ein falsches Wort, ein falscher Satz und man kann sich kalte Füße holen, die in einer frostigen Stimmung enden.

Das Eis dann zu Bruche zu bringen, würde in einer solchen Situation nichts nützen. Dabei würde man nämlich eine Entscheidung gewaltsam herbeiführen wollen – und gewaltsam hat sich noch kein Herz erobern lassen. Vielleicht hat man ja einfach zu viele oberflächliche Themen angesprochen und daher nur die Spitze des Eisbergs gesehen. Und bei einem Eisberg liegt der größte, nicht nur für einen Kapitän gefährliche, Teil bekanntlich unter Wasser. Ignoriert man das, kann es schnell zum Verhängnis werden, auf See und im Gespräch.

Bitterkalt und glühend heiß

Ein Affe mit einem Stieleis in der Hand

Eis am Stiel: nicht nur etwas für Menschen zur Abkühlung

Aber wir wollen dieses Thema jetzt erst einmal auf Eis legen und nicht weiterführen, denn wir haben bisher noch nicht den positiven Aspekt von Kälte und Eis angesprochen. Jetzt stellen wir uns einmal einen heißen Sommertag vor, die Sonne knallt und es geht kein Windhauch zur Abkühlung – was würden wir da nur ohne diese gefrorene Flüssigkeit tun. Über einen leckeren Becher Speiseeis, am besten direkt eine ganze Eisbombe aus der Kühltruhe, freut man sich doch bei Hitze wie ein Schneekönig.

Ohne Kühlschrank, Gefrierschrank, oder Kühlung in anderer Form würden unsere Lebensmittel viel zu schnell verderben. Speisen müssen eben kalt gestellt werden, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. Denn bei Wärme können sich Bakterien und Keime rapide vermehren. Auch manche hochprozentigen Getränke oder Sekt werden kalt gestellt, weil sie dann besser schmecken.

Kalte Menschen

Eine Hand hält eine Pistole

Vorsicht! Da droht jemand kalt gemacht zu werden

Anders gestaltet sich das bei Personen, die kaltgestellt werden. Hat jemand sich unbeliebt gemacht – egal ob im Arbeitsleben oder privat – wird auch er kaltgestellt. allerdings nicht im Kühl- oder Gefrierschrank. Diese Person wird nämlich in eine Lage gebracht, in der sie nicht mehr handeln kann. Manchmal kann aber auch nur die kalte Schulter gezeigt werden. Dann wird der- oder diejenige einfach nicht mehr beachtet.

Kaltgemacht werden sollte sie möglichst nicht – es sei denn, man will sich im Gefängnis wiederfinden. "Ich mach dich kalt" sagt heiser eine Männerstimme – PENG! – dann knallt ein Schuss. Jemand fällt zu Boden, röchelt und ist tot. Alle sehen mit großen Augen zu und kalte Schauer laufen ihnen bei einem so kaltblütigen Mord über den Rücken. Hey, das war wirklich ein spannender DVD-Abend mit einem tollen Thriller!

Kaltblüter

Ein Kaltblüter zieht im Wald einen Baumstamm

Immer mit der Ruhe!

Übrigens ist keineswegs jeder kaltblütige Mensch brutal, wie man so oft meint. Nein, kaltblütig heißt nicht direkt, dass man kaltherzig oder kalt wie eine Hundeschnauze ist. Ursprünglich sprach man von kaltblütig wenn jemand die Fähigkeit besaß, Ruhe zu bewahren, obwohl es um ihn herum heiß her geht.

Im Gegensatz zu den rassigen Vollblütern, sind Kaltblüter unter den Pferden auch diejenigen, die sich durch ein ruhiges Temperament auszeichnen.

Die Ruhe in Person

Im Alltag könnte mancher ab und an ebenfalls kälteres Blut gebrauchen, nicht nur bei aufregenden Thrillern oder schwierigen Dates. Aber in solchen Momenten sollte der Spruch beherzigt werden: "Immer schön cool bleiben!"

Fragen zum Text

Jemand kann nicht … werden.

1. kaltgemacht

2. kaltgestellt

3. kalt gemacht

Menschen ohne Mitgefühl sind in der Regel …

1. kaltherzig.

2. verfroren.

3. unterkühlt.

Sich redensartlich auf dünnem Eis bewegen bedeutet, dass…
1. man beim Schlittschuhlaufen aufpassen muss.

2. jede Bewegung auf dem Eis bedachtsam ausgeführt werden muss.

3. noch größere Probleme lauern als gedacht.

Arbeitsauftrag

Kalt stellen oder kaltstellen, kalt lassen oder kaltlassen, kalt machen oder kaltmachen: die Bedeutung der Verben mit dem adjektivischen Bestandteil ändert sich bei Getrennt- beziehungsweise Zusammenschreibung. Bilden Sie entsprechende Sätze, in denen Sie diese im richtigen Zusammenhang einsetzen.

Autorin: Kerstin Boljahn

Redaktion: Beatrice Warken

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