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Politik

Eine Freundschaft erträgt auch Differenzen

Auf ihrem Gipfel haben US-Präsident Bush und Russlands Staatschef Putin ein Kunststück vollbracht: Differenzen über den ABM-Vertrag bestehen fort. Und dennoch haben sie eine neue Ära der Beziehungen eingeläutet.

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Russisch-amerikanisches Schutzschild?

Die beiden Präsidenten haben auf ihrem Gipfel die Meinungsverschiedenheit über den ABM-Vertrag nicht beilegen können. Beide erklärten sich zwar zu erheblichen Abrüstungsschritten bereit. Doch auch in dieser Frage gab es nicht uneingeschränkte Harmonie: Russland wünscht eine vertragliche Vereinbarung analog zu den START-I und START-II-Verträgen. US-Präsident Bush ist eher an einseitigen gleichlautenden Erklärungen durch beide Staatschefs interessiert.

Unterstützung ohne Bedingungen

Und dennoch hat die äußerst freundschaftliche Atmosphäre auf dem Gipfel gezeigt, dass sich das russisch-amerikanische Verhältnis seit dem 11. September qualitativ verbessert hat. Russland hat seit dem Terroranschlag die im Mark getroffene Supermacht USA in der Anti-Terror-Koalition unterstützt. Auch auf dem Gipfel bekräftigten beide Präsidenten, eine Lösung des Afghanistan-Konflikts gemeinsam anzustreben. Das Besondere liegt aber nicht in der solidarischen Bekämpfung des Taliban-Regimes und des mutmaßlichen Terroristenführers Bin Laden. Das ist für Russland durchaus mit Realpolitik zu begründen. Denn die USA bekämpfen einen Gegner, der nach russischer Lesart Russlands Sicherheit im Kaukasus und in anderen für sich reklamierten Einflusszonen bedroht. Bedeutender ist gegenwärtig, dass Putin für seinen US-freundlichen Kurs keine direkten Zugeständnisse einfordert. Das war in den letzten Jahren nicht so und ist auch jetzt in Russland nicht unumstritten.

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