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Aktuell Europa

Eine Fahne entfacht einen Konflikt neu

Ein Streit um die Nationalflagge sorgt in Nordirland für gewalttätige Ausschreitungen. Im Jahr 2012 ist die halbautonome britische Provinz offenbar immer noch von besonderer Art. Alte Streitigkeiten brechen auf.

Es ging los mit der Entscheidung des Stadtrates von Belfast, die britische Flagge nur noch an wenigen Tagen im Jahr über dem Rathaus zu hissen. Daraufhin setzten die Krawalle ein. Bei den Zusammenstößen zwischen Polizisten und pro-britischen Demonstranten wurden am Freitagabend in Belfast nach offiziellen Angaben acht Beamte verletzt. Fünf Menschen wurden festgenommen.

Sprengstoffanschlag vereitelt?

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Neue Unruhen in Nordirland

Es seien auch Autos angezündet worden, teilte die Polizei von Nordirland mit. Augenzeugen zufolge warfen Demonstranten Steine und Flaschen auf Polizisten. "Dieses Verhalten ist inakzeptabel", sagte der stellvertretende Polizeipräsident Will Kerr. "Diese Leute schaden ihrer eigenen Gemeinschaft und gefährden Menschenleben." Kerr rief dazu auf, die "Gewalt des Mobs" zu beenden. Am Freitag hatte die Polizei mitgeteilt, sie habe womöglich einen Sprengstoffanschlag vereitelt. Nach dem Fund eines voll funktionsfähigen Sprengsatzes in einem Fahrzeug seien vier Männer festgenommen worden.

Am Montag hatte der Stadtrat von Belfast die umstrittene Entscheidung mit 29 gegen 21 Stimmen getroffen. Die britische Flagge soll nur noch an maximal 17 Tagen im Jahr über dem Rathaus aufgezogen werden. Die sogenannten Unionisten, die eine feste Anbindung an Großbritannien wollen, demonstrierten daraufhin jede Nacht in mehreren Städten Nordirlands. Für diesen Samstag war eine Großdemonstration in Belfast geplant.

Die neuen Zusammenstöße finden unmittelbar nach einem Besuch von US-Außenministerin Hillary Clinton in Belfast statt. Nordirlands Regierungschef Peter Robinson hatte Hillary Clinton sowie ihren Ehemann Bill Clinton für ihre Unterstützung des Friedensprozesses in Nordirland gelobt. Der damalige Präsident Clinton hatte in den 90er Jahren eine entscheidende Rolle im Friedensprozess Nordirlands gespielt. Hillary Clinton verurteilte bei einer Pressekonferenz in Belfast die jüngsten Krawalle. "Es darf in Nordirland keinen Platz für Gewalt geben", sagte sie.

In drei Jahrzehnten der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen London-treuen Protestanten und den nach einem vereinten Irland strebenden Katholiken in Nordirland wurden rund 3500 Menschen getötet. 1998 wurde ein Friedensvertrag abgeschlossen, der eine Aufteilung der Macht zwischen Protestanten und Katholiken vorsieht. Seit 2007 hat Nordirland den Status einer halbautonomen britischen Provinz.

ml/se (dpa, afp)

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