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Kultur

Eine Europa-Tour im Internet

Europa ist eine feine Sache! Und das Internet ist es auch. Die Europäische Union und das Internet scheinen jedoch keine Freunde zu sein, meint Martin Schrader in seinem Erfahrungsbericht über das Internet-Angebot der EU.

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Auf den ersten Blick übersichtlich: Internetportal der Europäischen Union

Parlamentarier, Beamte und Kommissare der Europäischen Union klagen ab und an über ihr mitunter schlechtes Bild in der Öffentlichkeit. Dort denkt man beim Blick auf Brüssel gern an hoch bezahlte Bürokraten, die über so unnützen Dingen brüten wie einer EU-Norm für die Krümmung von Salat-Gurken.

Von gestern

Internetportal der Europäischen Union

Internetportal der Europäischen Union - Screenshot der so genannten Meta-Startseite von der man auf die Startseiten in den verschiedenen EU-Sprachen gelangt

Ein gelungener Internet-Auftritt, denken wir uns, wäre also eine ideale Maßnahme, um interessierten Europäern die EU ins heimische Wohn- oder Arbeitszimmer zu bringen. Wir gehen deshalb auf eine kleine Reise durch das Informationsangebot der EU im Internet und wollen sehen, wie sich die EU darstellt und ihre Bürger informiert. So viel vorweg: Es ist eine Reise voller Kuriositäten.

Zentraler Anlaufpunkt ist für uns die Homepage mit dem Titel "Europa. Das Portal der Europäischen Union". Sie ist zu finden unter der Internet-Adresse europa.eu.int (ohne www; siehe Anhang). Dort wählen wir die passende Sprache aus, in unserem Fall deutsch.

Der erste Eindruck ist positiv. Die deutsche Startseite ist ebenso wie diejenigen in den anderen EU-Sprachen recht übersichtlich gestaltet. Auf der linken Seite befindet sich ein kleines Navigationsmenu, in der Mitte ein dreigeteilter Hauptblock und rechts sind fünf Verweise auf Spezial-Themen angeordnet. Wir wundern uns lediglich etwas, dass im Mittelblock in der Rubrik von "Tag zu Tag" mittags um 13 Uhr noch das Datum und ein Text des Vortages angezeigt sind.

Praxis-Test

Die Qualität eines Internet-Angebots prüft man am besten mit einem praktischen Beispiel wie diesem: Im Mai 2004 soll es zehn neue EU-Kommissare geben und ihre Namen stehen bereits fest. Wir möchten mehr über sie erfahren, geben darum in das Suche-Feld auf der Startseite den Begriff "Kommissare" ein und schicken unsere Suche ab. Die Maschine sucht in 1.432.764 Dokumenten und findet 567 Treffer. Nummer vier scheint uns eventuell interessant; der Titel lautet: "Die 20 vorgeschlagenen Kommissare - Profile und Zuständigkeiten". Eigentlich suchen wir zwar nach zehn Kommissaren, aber dazu gibt es auf Anhieb keinen Treffer. Also klicken wir die Nummer vier an. Wir sind jedoch schnell enttäuscht, weil wir die Fehlermeldung (in englischer Sprache) erhalten, die Seite habe ihre URL geändert. Dazu erhalten wir den sicher freundlich gemeinten Hinweis, wir möchten bitte unsere Bookmarks aktualisieren.

Wäre es tatsächlich eine Adresse in unserer Bookmarkliste, könnten wir dies nun tun. In diesem Fall jedoch müssten wir die Fehlermeldung wohl eher an die Macher von "Europa" weiterleiten. Aber wer sind die Macher? Dazu bietet "Europa" keine Informationen. Nirgends ist ein Impressum zu finden, kein Name eines Verantwortlichen, keine Adresse, keine Telefon-Nummer. Damit würde "Europa" gegen deutsches Presserecht verstoßen, ...

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