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Europa

Eine Brücke zwischen Türkei und Europa

Das EU-Austauschprogramm Erasmus ist für viele Studenten eine gute Möglichkeit, während des Studiums ins Ausland zu gehen. Seit fünf Jahren ist auch die Türkei daran beteiligt. Viele Studenten machen davon Gebrauch.

Aysegül Sah Bozdogan in Bonn (Foto: Privat/DW)

Aysegül Sah Bozdogan in Bonn

Ayşegül Şah Bozdoğan kam 2007 als Erasmus-Studentin von Istanbul nach Bonn. An der Universität Istanbul studierte sie damals Übersetzungswissenschaften Deutsch-Türkisch. Keine Sekunde zögerte Ayşegül, als sie von der Möglichkeit erfuhr, einige Monate in Deutschland zu studieren. Sofort bewarb sich Ayşegül an ihrer Uni für das Austausch-Programm. Nach einigen Prüfungen stand fest, dass es für acht Monate zur Universität Bonn geht. "Wenn ich jetzt, nach zwei Jahren, darauf zurückblicke, kann ich feststellen, dass ich ohne Erasmus nicht derselbe Mensch wäre, der ich heute bin. Ich habe dadurch die Möglichkeit erhalten, sowohl die deutsche Kultur näher kennenzulernen, als auch Istanbul und die Türkei aus der Ferne zu betrachten", betont Ayşegül sichtlich zufrieden.

Begehrter Aufenthalt

Viele Studenten in Europa nehmen die Gelegenheit wahr, durch das EU-Austauschprogramm für ein bis zwei Semester ins Ausland zu gehen. So lernen sie die Kultur des Landes kennen, verbessern ihre Sprachkenntnisse und treffen sich mit anderen Studenten aus ganz Europa. Auch Partys und internationale Liebesgeschichten gehören für die meisten als wichtige Bereicherung dazu. Zwar deckt das EU-Stipendium nicht alle Kosten, aber für diese Erfahrung im Ausland zahlen viele Studenten und ihre Eltern bereitwillig dazu.

Wir gehen nach Istanbul

Julia Hahn in Istanbul (Foto: Privat/DW)

Julia Hahn in Istanbul

Neben den 27 EU Ländern, Norwegen, Island und Lichtenstein ist auch die Türkei seit 2005 an dem Austausch beteiligt. Jedes Jahr gehen türkische Studenten an die europäischen Partneruniversitäten und umgekehrt nehmen türkische Universitäten europäische Studenten auf. Julia Hahn gehört zu denen, die ihre Erasmus-Zeit in der Türkei verbracht haben. Die heutige Journalistin war damals Studentin an der Universität Erfurt in Kommunikations- und Politikwissenschaften. Für ihr Erasmus-Studium hat sie sich Istanbul ausgesucht. Sie war im Wintersemester 2007 auf 2008 an der Bogazici-Universität. Doch warum nicht England, Frankreich oder Österreich, sondern die Türkei? "Wir hatten von unserer Universität nur fünf Plätze. Und ein guter Freund von mir und ich haben gesagt, okay, wir gehen jetzt nach Istanbul. Wir kennen die Stadt nicht. Wir kennen zwar das Land gut, weil wir da mal im Urlaub waren, aber wir sprechen die Sprache nicht. Das ist für uns ein Abenteuer, es ist was Neues und ich habe es nie bereut", begründet Julia ihre Entscheidung.

Eigentlich sollte Julia nur sechs Monate in Istanbul bleiben, sie verlängerte die Zeit durch verschiedene Praktika, insgesamt ein Jahr hat sie dort verbracht. Julia Hahn empfiehlt heute jedem Studenten, so ein Auslandssemester zu machen. "Für mich hat die Zeit in der Türkei meinen späteren Lebensweg ganz stark mitgeprägt", sagt sie, wenn sie von ihrer Erfahrung in der Türkei spricht.

Vorurteile abbauen

Seit dem Start der Erasmus-Programme 1987 profitierten insgesamt mehr als zwei Millionen Menschen von der Förderung. Dieser Austausch hat nicht nur Vorteile für das Studium, sondern hilft auch Vorurteile abzubauen, meint die ehemalige Erasmus-Studentin Ayşegül Şah Bozdoğan, die jetzt in der Türkei ihren Master macht und später in Deutschland promovieren möchte. Sie ist der Meinung, dass man dadurch individuelle Beziehungen aufbauen kann, die hilfreich sind, um von Klischees wegzukommen. "Ich ändere meine Meinung über Schweden, sie ändern ihre Meinung über Türken. Wir kommen alle zusammen mit unseren Verschiedenheiten, aber die bilden kein Hindernis, die gemeinsame Sprache zu sprechen" sagt sie. Für die beiden ehemaligen Erasmus-Studentinnen bedeutet Europa Vielfältigkeit. Die europäische Identität solle helfen, dass Menschen ihre Verschiedenheiten beibehalten, aber gleichzeitig miteinender kommunizieren - und Erasmus trüge ganz stark dazu bei, finden sie.

Autorin: Başak Özay

Redaktion: Gero Rueter

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