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Kultur

Eine "bombensichere" Tour durch Belfast

Nordirland ist nicht gerade das bevorzugte Reiseziel vieler Urlauber, schon gar nicht wegen der "Troubles". Doch einige kommen gerade deswegen und steigen ins Taxi ein...

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Eine typische Wandmalerei in Belfast

Wenn es die Unruhen in Nordirland nicht geben würde, dann hätte er keinen Job: Norman Reilly ist Taxifahrer in Belfast. Aber er fährt nicht irgendein Taxi und auch nicht irgendwelche Stadtrouten. Reilly fährt ein traditionelles englisches Taxi - altmodisch und schwarz. Er arbeitet bei den "Black Taxi Tours" - und zeigt Touristen die nordirische Hauptstadt Belfast von einer ganz bestimmten Seite: die des Konfliktes zwischen Katholiken und Protestanten. Viereinhalb Jahre macht er das schon, seit Beginn der Friedensverträge. Seitdem läuft das Geschäft mit den "Trouble-Tours". Denn jetzt können auch Touristen sicher durch die Viertel gefahren werden.

Eine "bombensichere" Tour

Vor dem noblen Hotel "Europa" beginnt die Tour durch die Geschichte des nordirischen Konflikts. Der Name hat einen bitteren Beigeschmack, denn er steht zugleich für einen traurigen Rekord: Kein anderes Hotel in Europa war so häufig Ziel von Bombenanschlägen. Das hat unfreiwillig einen Eintrag in das Guinness Buch der Rekorde gebracht.

Die Fahrt geht weiter, vorbei an schön geschmückten Schaufenstern einzelner Geschäfte, in denen die Einwohner ihre Einkäufe erledigen. Früher wären solch unbeschwerte Einkaufsbummel nicht möglich gewesen, die Innenstadt glich einer streng kontrollierten Sicherheitszone, so der junge Taxifahrer. Jede Person, die in die Stadt ging, wurde durchsucht. In der Strasse, in den Geschäften, fast überall.

Heute prägen Sicherheitskräfte das Belfaster Stadtbild kaum noch. Belfast scheint sich nicht von anderen europäischen Metropolen zu unterscheiden. Doch der Schein kann trügen, abends finden Strassenschlachten im Norden Belfasts statt. Aber dahin fahre man ja auch nicht als Tourist. Die seien hier sicher, die Innenstadt biete viel und seine Tour auch, meint Norman.

Der Terror in den USA - schlecht für's Geschäft

Jeden Tag im Jahr fährt das Taxi die "Trouble-Tour", nur Weihnachten nicht. Das Geschäft mit dem Terror laufe gut, allerdings seien dieses Jahr weniger Touristen gekommen - nicht wegen Bombendrohungen oder Unruhen in Nordirland. Der Terroranschlag in den USA am 11. September habe viele abgeschreckt, so Reilly. Vor allem Amerikaner und Australier wollen so eine besondere Taxifahrt buchen. Die kämen nach Irland um ihre irischen Wurzeln zu suchen - sogar im Norden, scherzt der junge Taxifahrer. Doch von dem Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten wissen sie kaum etwas.

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