Einbruch in Berliner Kaufhaus KaDeWe | Aktuell Deutschland | DW | 14.01.2017
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Kriminalität

Einbruch in Berliner Kaufhaus KaDeWe

Wieder einmal wurde das berühmte Kaufhaus KaDeWe überfallen. Die unbekannten Täter sind mit ihrer Beute - Uhren und Schmuck - auf der Flucht. Bereits vor zwei Jahren war das Kaufhaus Ziel von Kriminellen.

Die Täter seien am Samstagmorgen gegen 7.00 Uhr in das Erdgeschoss eingedrungen und hätten mehrere Juweliervitrinen eingeschlagen und stahlen hochwertige Uhren und Schmuck. Mit der Beute flüchteten sie in einem dunklen Auto. Gegen 7.30 Uhr fand die Polizei in Berlin-Schöneberg ein brennendes Auto, bei dem es sich laut ersten Erkenntnissen um das Fluchtauto handelte. Verletzte gab es bei dem Einbruch nach Angaben einer Sprecherin des Warenhauses nicht. Medienberichte, wonach die Täter den gleichen Juwelier bestahlen wie die Schmuckräuber im Dezember 2014, bestätigten die Beamten nicht.

Nach Polizeiangaben waren mehrere Geschäfte von dem Einbruch betroffen. Das Kaufhaus öffnete mit Verspätung dennoch am Samstagvormittag. Ein Seiteneingang war am Vormittag abgesperrt, die Rollläden heruntergelassen. Ein Teil des Erdgeschosses war mit Flatterband abgesperrt, Polizisten waren am Vormittag noch mit der Spurensicherung beschäftigt.

Einbruchsserie

Das Kaufhaus des Westens, KaDeWe, und die Geschäfte entlang der Einkaufsmeilen Kudamm und Tauentzienstraße werden immer wieder beraubt und bestohlen. Am 31. Oktober vergangenen Jahres etwa brachen Unbekannte in das Kaufhaus der Karstadt-Gruppe ein, brachen Vitrinen auf und stahlen Schmuck. Zwei Monate zuvor überfielen zwei Männer einen Juwelier mit einer Axt und raubten Schmuck. Im Juni brachen am Kudamm Maskierte mit einem Auto und einem Rammbock in ein Luxusuhrengeschäft ein und erbeuteten Uhren im Verkaufswert von acht Millionen Euro.

Polizisten bei der Spurensicherung im Berliner Kaufhaus KaDeWe (picture alliance/dpa/G. Fischer)

Polizisten bei der Spurensicherung im Berliner Kaufhaus KaDeWe

Am 20. Dezember 2014 waren fünf Räuber während des laufenden Vorweihnachtsgeschäfts ins geöffnete KaDeWe gestürmt. Sie waren maskiert und mit Axt, Hammer sowie Machete bewaffnet, zertrümmerten Vitrinen und erbeuteten binnen 79 Sekunden Uhren und Schmuck im Wert von rund 817.000 Euro. 13 Menschen wurden verletzt, weil die Täter Reizgas versprühten. Von der Beute ist bis heute nur ein einziges Stück aufgetaucht - ein Collier.

Haft für Familie

Ein 45-Jähriger muss sich seit November 2016 als einer der fünf mutmaßlichen Räuber vor Gericht verantworten. Zwei seiner Söhne waren kurz zuvor wegen Beteiligung an dem KaDeWe-Raub zu Haftstrafen von drei Jahren beziehungsweise zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Ein dritter Sohn wurde im Mai 2016 zu sechs Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Das KaDeWe wurde 1907 eröffnet und empfängt heute nach eigenen Angaben täglich bis zu 180.000 Kunden auf mehr als 60.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Wegen seines großen Angebots an Luxuswaren ist das KaDeWe auch im Ausland bekannt. Es zählt zu den größten Warenhäusern Europas. Auf sieben Etagen, jede etwa so groß wie ein Fußballfeld, bietet das "Kaufhaus des Westens" Hunderttausende Artikel von Luxusprodukten bis Alltagsware.

Das Haus gehörte heute einem thailändisch-österreichischem Konsortium. Von den österreichischen Anteilseignern werden auch das Alsterhaus in Hamburg und das Oberpollinger in München betrieben.

cgn/pg (afp, dpa)