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Salafistische Szene

Einbrüche in Kirchen für den Dschihad

Jahrelang sollen sie in Kirchen eingestiegen sein, um Geld für den bewaffneten Kampf von Islamisten in Syrien zu beschaffen. Acht Männer wurden jetzt in Köln zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Bis Ende 2014 klauten sie nicht nur das Geld aus den Opferstöcken, sondern brachen auch schon einmal den Tresor in der Sakristei auf. Sie ließen in Köln und Siegen zum Beispiel auch wertvolle liturgische Gefäße mitgehen. Ausgerechnet mit dem Verhökern heiliger Gegenstände sollte im Nahen Osten der Dschihad finanziert werden. Nun verkündete das Kölner Landgericht das Urteil gegen acht mutmaßliche Islamisten (Artikelfoto). Das Strafmaß reicht von zwei Jahren und sieben Monaten bis zu vier Jahren und zehn Monaten. Die Männer wurden überwiegend wegen schweren bandenmäßigen Diebstahls und in einigen Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung hinter Gitter geschickt.   

Die Verurteilten sollen der salafistischen Szene in Deutschland angehören, die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat habe man aber nicht beweisen können, sagte der Vorsitzende Richter Ralf-Peter Sossna. Mit dem Erlös ihrer Raubzüge wollten die Männer - als Spende getarnt - offenbar extremistische Kämpfer in Syrien unterstützen, um die Regierung in Damaskus zu stürzen. Es sei in 90 Verhandlungstagen aber nicht nachweisbar gewesen, dass "nennenswerte Beträge" nach Syrien flossen - und an wen genau das Geld ging, legte Sossna dar.

Einige Mitglieder der Bande hätten aber immer stärker mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sympathisiert. Einer der Verurteilten muss sich seit Februar 2016 als mutmaßlicher IS-Helfer vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf wegen des Verdachts der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung verantworten.

SC/ww (dpa, KNA)