1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Ein WM-Team ohne Sensation

Gut einen Monat vor Beginn der FIFA-Fußball-WM in Südafrika hat Bundestrainer Joachim Löw sein vorläufiges Aufgebot bekannt gegeben. Zwei absolute Neulinge sind zwar dabei, aber die ganz große Überraschung blieb aus.

Der Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Joachim Löw, Foto: Ronald Wittek dpa/lsw

Bundestrainer Joachim Löw

Mit insgesamt 32 Spielern fällt das Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf den ersten Blick ziemlich groß aus, wenn man bedenkt, dass im endgültigen Kader für die WM in Südafrika nur 23 Spieler stehen dürfen. Der Grund für diese große Zahl liegt aber auf der Hand: Wegen der Pokalfinalspiele muss Bundestrainer Joachim Löw im Testländerspiel kommenden Donnerstag gegen Malta auf die Spieler von Bayern München und Werder Bremen sowie auf Michael Ballack verzichten, und die Bayern sind wegen des Endspiels in der Champions League auch im ersten Trainingslager nicht dabei. Nach dem Länderspiel werden die fünf Youngster Kevin Großkreutz und Mats Hummels (Borussia Dortmund) Stefan Reinartz (Bayer Leverkusen), Marco Reus (Mönchengladbach) und Tobias Sippel (Kaiserslautern) wieder nach Hause fahren müssen. Damit besteht der vorläufige Kader dann tatsächlich aus 27 Spielern.

Butt dritter WM-Torhüter

Torhüter Jörg Butt (AP Photo/Matthias Schrader)

Erwartungsgemäß der dritte Torhüter - Jörg Butt

Nach dem verletzungsbedingten Aus von Torhüter René Adler war in Deutschland eine große Diskussion entstanden, wer denn nun nachrücken könnte. Für Löw war es keine große Diskussion. Man habe darüber gesprochen, sich aber schnell für Jörg Butt von Bayern München entschieden. Manuel Neuer (Schalke 04) und Tim Wiese (Werder Bremen) standen ja eh fest, auf eine Reihenfolge wollte sich der Bundestrainer auch auf Nachfrage nicht festlegen. Damit öffnete Löw für weitere Diskussionen Tür und Tor. Jens Lehmann, der sich mal wieder selbst ins Gespräch gebracht hatte, stand für die Verantwortlichen des DFB nie zur Debatte.

Zwei Neulinge in der Abwehr

Mit dem Hamburger Dennis Aogo und Holger Badstuber von Bayern München tauchen unter den insgesamt zehn Abwehrspielern gleich zwei Neulinge auf, mit denen man nach den Leistungen der abgelaufenen Saison aber auch durchaus rechnen konnte. Etwas überraschend ist vielleicht, dass der Hoffenheimer Andreas Beck den Sprung ins Aufgebot schaffte, obwohl er zuletzt bei den Länderspielen kaum Berücksichtigung fand. Er sowie der zuletzt wenig überzeugende Hamburger Jerome Boateng und sein lange verletzter Vereinskollege Marcel Jansen dürften die Wackelkandidaten in der Abwehr sein.

Ballack, Schweini und viel Jugend im Mittelfeld

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Michael Ballack Foto: Bernd Weißbrod

Er will endlich den Titel - Michael Ballack

Nur ein vielleicht von vielen nicht erwarteter Name gehört zum Mittelfeldteam: Christian Träsch vom VfB Stuttgart, der bisher erst einen kurzen Länderspieleinsatz hatte. Den Leverkusener Toni Kroos, der ebenfalls erst einmal im Nationalteam spielte, hatte man hingegen erwartet. Der Streichkandidat unter den Mittelfeldspielern wird wohl der Hamburger Piotr Trochowski sein, der zuletzt weder im Verein noch in der Nationalmannschaft häufig zum Einsatz kam. Die schwerste Entscheidung betraf laut Joachim Löw einen Mittelfeldspieler: Thomas Hitzelsberger von Lazio Rom fährt nicht mit zur WM.

Gomez, Poldi und Klose im Sturm mit starker Konkurrenz

Thomas Müller von Bayern München (AP Photo/Christof Stache)

Einer der Aufsteiger der Saison - Thomas Müller

Erwartungsgemäß wurden die zuletzt wenig überzeugenden Miro Klose und Mario Gomez aus München sowie der Kölner Lukas Podolski im Sturm nominiert. Ganz sicher dürfen sie sich ihrer Position aber nicht sein, denn mit Thomas Müller (München), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen) und Cacau (Stuttgart) haben sie eine starke und ehrgeizige Konkurrenz .

Bayern München in Überzahl

Die zu Ende gehende Bundesligasaison spiegelt sich auch im 27er-Kader wider. Die Münchner Bayern stellen mit sieben Spielern erwartungsgemäß den größten Block. Ebenfalls nicht überraschend ist nach den Erfolgen der letzten Jahre im Nachwuchsbereich die Tatsache, dass relativ viele junge Spieler dabei sind.

Eine harte Entscheidung wartet auf Joachim Löw, seinen Co-Trainer Hansi Flick und natürlich die Spieler noch einmal Anfang Juni. Dann müssen von den 27 Spielern des vorläufigen Aufgebots noch einmal vier gestrichen werden.

Der komplette vorläufige Kader:

Tor:

Jörg Butt (Bayern München), Manuel Neuer (Schalke 04), Tim Wiese (Werder Bremen)

Abwehr:

Dennis Aogo (Hamburger SV), Holger Badstuber (Bayern München), Andreas Beck (1899 Hoffenheim), Jerome Boateng (Hamburger SV), Arne Friedrich (Hertha BSC), Marcell Jansen (Hamburger SV), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Serdar Tasci (VfB Stuttgart), Heiko Westermann (Schalke 04)

Mittelfeld:

Michael Ballack (FC Chelsea), Sami Khedira (VfB Stuttgart), Toni Kroos (Bayer Leverkusen), Marko Marin (Werder Bremen), Mesut Özil (Werder Bremen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München), Christian Träsch (VfB Stuttgart), Piotr Trochowski (Hamburger SV)

Angriff:

Cacau (VfB Stuttgart), Mario Gomez (Bayern München), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen), Miroslav Klose Bayern München) , Thomas Müller (Bayern München), Lukas Podolski (1. FC Köln)

Autor: Wolfgang van Kann

Redaktion: Stefan Nestler

Audio und Video zum Thema