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Filme

"Ein Witz kann die Wahrheit zeigen"

Einmal "Mr Bean", immer "Mr Bean"?! Rowan Atkinson sprach mit DW-WORLD über seine (Lieblings-)Rolle, über Comedy in Kriegszeiten und seinen neuen Kinofilm "Johnny English".

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Haben Sie ihn erkannt? Rowan Atkinson ist diesmal nicht "Mr Bean"

DW-WORLD: Mit der Comedy-Show "Mr Bean" haben Sie einen boshaften Tollpatsch zum Helden und eine Serien-Figur zum Kult gemacht. Sie werden in einem Atemzug mit Buster Keaton und Charlie Chaplin genannt. Herr Atkinson, wie ist es, einer der lustigsten Menschen der Welt zu sein?

Rowan Atkinson: Nun, genau das ist ja das Problem ... Ich bin nicht komisch! Wirklich, jeder denkt, dass ich im Alltag immer nur komisch wäre. Aber ich bin es nicht. Die Vorstellung, dass ich immer lustig bin, ist wahrscheinlich das größte Missverständnis, das es um meine Person gibt.

Dennoch werden Sie oft mit der Hauptfigur der Kultserie verwechselt, wie kürzlich, als Sie von jungen Autogrammjägern vor Ihrem Hotel in Berlin mit "Mr. Bean" angesprochen wurden ...

Ich hoffe nicht, dass man mich mit Mr. Bean gleichstellt! Im Ernst: Mr. Bean ist ziemlich gemein und sehr auf sich selbst bezogen. Es ist nicht so, dass es keinen Spaß machen würde, Mr. Bean zu spielen. Im Gegenteil: Einen Mann wie Mr. Bean zu spielen, der sich nicht anpasst und keine Manieren hat, macht sehr viel Spaß.

Vor kurzem erschienen Sie bei der Sendung "Wetten Dass", in der u.a. ein Herr mit einer Schürze bekleidet nackt über die Bühne sprintete. Entspricht das Ihrer Auffassung vom deutschen Humor?

Hm, gewisse Kreise in der englischen Gesellschaft würden das sicherlich als typisch deutsch ansehen ... und es irgendwie albern finden. Deutsche Komik? Viele in England würden bei dem Begriff 'deutsche Komiker' fragen: 'Was ist das!' Um ehrlich zu sein: Ich kenne auch keinen. Nein, den Herrn bei "Wetten Dass" ... (Atkinson zögert) ... sah ich nicht als den Inbegriff des deutschen Humors.

Sie promoten derzeit Ihren neuen Film, "Johnny English", eine Komödie. Wie fühlen Sie sich dabei in Zeiten eines Krieges?

Die derzeitige Lage ist alles andere als komisch. Dennoch denke ich viel darüber nach, wie und wann sie irgendwann komisch werden könnte. Wann wird der erste Witz über Basra gemacht werden? Das hört sich vielleicht sehr zynisch an. Man muss ein Komiker sein, um eine derartige Situation aus einer anderen Sicht zu betrachten. Aber ein Witz kann einen nicht nur zum Lachen bringen, er kann inspirieren, die Wahrheit zeigen, und vor allem, eine große Erleichterung sein. Das Komische in tragischen Situationen zu sehen ist deswegen sehr wertvoll. Das kann helfen, mit der Situation klarzukommen.

In dem neuen Film spielen Sie einen Agenten, der die englischen Kronjuwelen - und damit die Krone - aus den Fängen eines französischen Adeligen retten soll. Der Film spielt mit einigen Grundfesten der britischen Verfassung, u.a. damit, dass die Königin immer noch das Kriegsrecht besitzt. Was halten Sie von der englischen Krone - hat sie noch eine Zukunft?

Ich bin durchaus ein Befürworter der Krone. Ich finde sie vor allem deswegen so faszinierend, weil sie so offenkundig unvollendet ist. Viele Teile davon sind irrational, aber es sind genau die irrationalen Dinge, mit denen man das Leben aushalten kann. Die Kunst, die Musik, die Liebe ... Aus genau diesem Grund ist das britische Herrschaftssystem eine fantastische Quelle für Komik. Allein die Tatsache, dass man ohne Krone kein König ist – das ist lustig und einfach fantastisch! Ob es aber Platz hat in unserer modernen Welt, das weiß ich nicht.

"Johnny English" ist ein Möchtegern-James Bond, der auch die einfachsten Dinge nicht hinkriegt und überall ein heilloses Chaos hinterlässt. Frei nach dem Motto: "Er hat keine Furcht. Er hat keine Angst. Er hat keine Ahnung". Haben Sie eigentlich nicht genug davon, immer den Loser zu spielen?

Johnny English ist viel anspruchsvoller als "Mr Bean". Insbesondere die Dialoge in dem Film, wo dauernd ein Wort das andere gibt - wie Tischtennisbälle, die hin und her fliegen ... So etwas Dialogisches gefällt mir. Man ist viel weniger einsam als bei "Mr Bean".

Der Film "Johnny English: Der Spion, der es versiebte" ist ab 10. April in den deutschen Kinos zu sehen.

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