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50 Jahre

"Ein wertvolles Signal"

Die DW Akademie wird 50 - Direktor Christian Gramsch über Herausforderungen und Meilensteine unseres weltweiten Engagements. Und über künftige Schwerpunkte der Medienentwicklung.

Das Jubiläumsmotto der DW Akademie lautet "Medien entwickeln. Menschenrechte stärken." Was verbirgt sich dahinter?
Wir haben dieses Motto gewählt, weil es deutlich macht, was wir tun und mit welchem Ziel wir dies tun. Es zeigt aber auch, wie sich die Arbeit der DW Akademie in den letzten 50 Jahren entwickelt hat. Am Anfang hat das Deutsche Welle Ausbildungszentrum, kurz DWAZ, wie wir damals hießen, Journalistinnen und Journalisten ausgebildet. Die ersten kamen 1965 aus Ruanda nach Deutschland. Unsere Maßnahmen heute reichen weit über das hinaus und sind viel umfassender, viel politischer geworden. Eines ist jedoch gleich geblieben: Die Grundlage unserer Arbeit ist von jeher der Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, in dem es heißt: "Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten zu vertreten und Informationen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten." Die meisten Staaten der Welt haben sich zwar dazu verpflichtet, dieses Menschenrecht zu fördern und einzuhalten, de facto wird die Meinungsfreiheit jedoch in vielen Ländern nach wie vor eingeschränkt. Laut einer Analyse von Freedomhouse kann nur einer von sieben Menschen auf der Welt sich tatsächlich frei und ungehindert äußern. Unser Ziel ist es daher, Menschen dabei zu unterstützen, dieses Recht einzufordern und wahrnehmen zu können.

Ruanda Kigali DW Akademie

In rund 50 Ländern aktiv - das Engagement der DW Akademie ist stetig gewachsen

Wie sieht das in der Praxis aus?
Durch die Entwicklung von Medien unterstützen wir Menschen in aller Welt dabei, dieses Menschen-recht einzufordern und zu leben. Nur so können sie an den Gesellschaften, in denen sie leben auch aktiv teilhaben. Unsere auf drei bis vier Jahre angelegten Projekte reichen heute über die in den Anfängen angebotene Ausbildung von Journalisten weit hinaus. Die Themen in der Arbeit mit unseren Partnern sind vielfältig und komplex. Dabei geht es beispielsweise um die Frage: Wie können sich Medienunternehmen nachhaltig finanzieren? Oder auch: Wie gestaltet man die Ausbildung von Nachwuchsjournalisten erfolgreich? Wie kann man öffentlich-rechtliche Medienstrukturen aufbauen und organisieren? Und welche Kompetenzen benötigen Menschen im Umgang mit unterschiedlichen Medien, um sich am öffentlichen Diskurs beteiligen zu können? Ganz wichtig ist uns, die konkreten Projekte gemeinsam mit den jeweiligen Partnern zu entwickeln. Das stellt sicher, dass sie die lokalen oder regionalen Bedarfe berücksichtigen und darauf zugeschnitten sind.

Wo ist die Akademie weltweit tätig?
Aktuell sind wir in knapp 50 Ländern in den Regionen Afrika, Asien und Europa, in Lateinamerika und im Nahen und Mittleren Osten aktiv. In insgesamt 25 dieser Länder setzen wir im Rahmen unserer neuen strategischen Ausrichtung, die wir in enger Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung seit 2013 verfolgen, auf langfristig angelegte Strategien und Projekte. Hierzu konzentrieren wir uns auf gemeinsam ausgewählte Strategiefelder, die für den Aufbau freier und unabhängiger Medienlandschaften eine zentrale Rolle spielen. Dieses nachhaltige Engagement ermöglicht uns, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen – und ist ein wertvolles Signal an unsere Partner und Menschen vor Ort.

Medienentwicklung ist nicht das einzige Standbein der DW Akademie – was gehört noch zu den Aufgaben?
Neben der Medienentwicklung bietet die Akademie in Bonn und in Istanbul - einen internationalen Masterstudiengang für Nachwuchsjournalisten und Medienmanager an. Wir bilden den journalistischen Nachwuchs der DW aus, und so wie sich unser internationaler Sender über die Jahrzehnte gewandelt hat, haben auch wir die Ausbildungsinhalte unserer Volontäre den weltweiten Anforderungen immer wieder angepasst. Am 1. Mai 2015 hat der erste Jahrgang unseres reformierten internationalen Volontariats begonnen, das bilingual und multimedial ausgerichtet ist. Wir geben außerdem wissenschaftliche Studien zur Entwicklung des Mediensektors heraus – beispielsweise unsere umfangreiche Studie zur Transformation von Staatsmedien – und bringen unser Wissen in die Formulierung der neuen globalen Entwicklungsziele ein. Wir trainieren in Deutschland und auch international Verantwortliche aus Politik und Zivilgesellschaft im Umgang mit Medien und machen sie fit für den Dialog mit der Öffentlichkeit. Mit unseren Bildungsprogrammen und Sprachlernangeboten bieten wir weltweit Zugang zu Wissen über Deutschland. In allem, was sie tut verfolgt die DW Akademie das Ziel: "Medien entwickeln. Menschenrechte stärken."

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