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Aktuell Welt

Ein weiterer blutiger Tag in Syrien

Im Bürgerkrieg in Syrien ist es in Damaskus zu den schwersten Gefechten seit Juli gekommen. Bei einem Selbstmordanschlag in der Provinz Hama soll es mehr als 50 Tote gegeben haben.

Die Kämpfe in der Hauptstadt konzentrierten sich auf den Bezirk Tadamon und die Umgebung des palästinensischen Flüchtlingslagers Jarmuk, wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Die Armee von Präsident Baschar al-Assad habe Artillerie und Luftwaffe gegen die Aufständischen eingesetzt. Zahlreiche Menschen seien getötet worden.

In einem von Alawiten bewohnten Armenviertel von Damaskus wurden bei der Explosion einer Autobombe nach inoffiziellen Angaben fünf Menschen getötet (Artikelbild). Etwa 30 Menschen wurden verletzt. Assad und zahlreiche Führungskräfte des Regimes gehören der Minderheit der alawitischen Muslime an. Die Mehrheit der Syrer sind Sunniten.

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Syrien: Bürgerkrieg und kein Ende

Attentat der Islamisten

An einem Kontrollpunkt der Regierungstruppen in der Provinz Hama riss ein Selbstmordattentäter nach Angaben von Oppositionellen rund 50 Soldaten und Milizionäre mit in den Tod. Nach Informationen der Beobachtungsstelle für Menschenrechte zündete ein Angehöriger der islamistischen Gruppe Dschabhat al Nusra im Dorf Al-Sijara im Bezirk Sahel al-Ghab westlich der Provinzhauptstadt Hama eine Autobombe. Die Gruppe soll dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete den Anschlag ebenfalls, allerdings ohne eine genaue Opferzahl zu nennen. Auch wurde nicht erwähnt, dass es sich bei den Toten um Soldaten handelt.

Unterdessen ist es im Grenzgebiet zur Türkei zu Gefechten zwischen rivalisierenden syrischen Rebellengruppen gekommen. Türkische Medien bestätigten Meldungen über eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen zwei Rebelleneinheiten. Dabei soll bereits am Sonntag ein Kämpfer einer Islamisten-Brigade getötet worden sein.

Die syrische Opposition setzte in der katarischen Hauptstadt Doha die Beratungen über eine neue Führung und eine Exilregierung fort. Umstritten ist der Anteil der bisher wichtigsten Gruppe, des Syrische Nationalrats (SNC) und der Rebellen, die direkt in Syrien kämpfen. Geplant ist, am Donnerstag ein neues Gremium von 50 Oppositionellen zu bilden. Daraus soll dann eine Übergangsregierung hervorgehen.

wl/SC (rtr, dapd, afp, dpa)

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