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Wissen & Umwelt

Ein Weihnachtsstern ohne Schweif

Ein Asteroid wird zu Weihnachten die Erde besuchen. Er wird aber keinen leuchtenden Streif haben wie der biblische Stern zu Bethlehem. Auch dürfte er schwer zu sehen sein, denn wirklich nah kommt er uns nicht.

Der Asteroid mit dem Namen 163899 oder auch 2003 SD220 wird an Heiligabend in einer Entfernung von elf Millionen Kilometern an der Erde vorbeifliegen. Das entspricht der 28-fachen Entfernung des Mondes.

Der letzte Feiertags-Asteroid, 2015 TB145, alias: "der große Kürbis", der genau am Vorabend von Allerseelen - also zu Halloween - vorbeigeflogen kam, näherte sich der Erde viel stärker an - auf nur 500.000 Kilometer.

2013 kam ein anderer Asteroid namens 2012 DA14 der Erde sogar auf 28.000 Kilometer nahe. Das ist noch unterhalb der geostationären Umlaufbahn von Kommunikationssatelliten.

Kein ungewöhnlicher Asteroid

Der Heiligabends-Asteroid gehört damit zu einer Klasse von Himmelskörpern, von denen es jedes Jahr mehrere gibt. Erst ab einer Entfernung von etwa 300.000 Kilometern gilt ein Asteroid für die Erde als potenziell gefährlich.

2003 SD 220 hat nach Schätzungen der NASA einen Durchmesser von etwa 700 Metern, damit könnte er zumindest von seiner Größe her, der Erde schon gefährlich werden. Würde ein Himmelskörper dieser Größe unseren Planeten treffen, hätte das globale Auswirkungen. Rechnerisch passiert so eine Katastrophe aber nur alle 100.000 Jahre.

Asteroiden Kollosion (Foto: ESA).

So möchten Raumfahrt-Ingenieure Asteroiden ablenken: Ein gezielter Schuss mit einer Sonde

Das Weltall ständig in Beobachtung

Astronomen der großen Weltraumagenturen haben die Bedrohungslage ständig im Blick. Zumindest für die nächsten 100 Jahre schließen sie einen weltweit verheerenden Meteoriteneinschlag aus.

Die meisten Asteroiden dieser Größenordnung sind bekannt und ihre Laufbahnen auf Jahrzehnte hinaus vorberechnet. Problematischer sind kleinere Asteroiden, von über zehn Metern Durchmesser. Diese können unter Umständen unerkannt auf die Erde zurasen.

Dann tauchen sie plötzlich aus der Dunkelheit auf und schlagen irgendwo ein, wie ein etwa 40 Meter-Meteorit Anfang 2013 nahe der sibirischen Stadt Tscheljabinsk. Durch die Druckwelle wurden damals über 1500 Menschen verletzt, und Fensterscheiben eingedrückt.

Der nächste wirklich spektakuläre Vorbeiflug eines Asteroiden wird erst am 13. April 2029 stattfinden. Dann kommt "Apophis" der Erde bedrohlich nahe: In einer Höhe von nur etwa 30.000 Kilometern - also knapp einem Zehntel der Entfernung des Mondes - wird das Geschoss an uns vorbeirauschen. Apophis ist immerhin einige hundert Meter im Durchmesser. Und 2036 kommt Apophis dann noch einmal zurück.

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