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Politik

Ein vielbeachteter Gruß

Ein denkwürdiger Moment in Prag. DW-TV Korrespondent Wolter v. Tiesenhausen berichtet vom Treffen des amerikanischen Präsidenten Bush und Bundeskanzler Schröder.

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Es ist von einem Erfolg der deutschen Diplomatie zu berichten. Beim NATO-Gipfel in Prag haben sich der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und der amerikanische Präsident George W. Bush die Hand geschüttelt. Und nicht nur das, ein Regierungssprecher wagte sogar die Klassifizierung, dieses Händeschütteln sei "herzlich" gewesen. Nach den Monaten der Verkrampfung im gegenseitigen Umgang war das ein bemerkenswerter Fortschritt. Die Medien berichteten ausgiebig, das Fernsehen zeigte den historischen Moment in verlangsamter Bildfolge, so wie sonst nur Torschüsse oder ungeahndete Fouls beim Fußball. Selbst seriöse Tageszeitungen dokumentierten den Vorgang mit mehreren Bildern und ausgiebigen Schilderungen als Durchbruch zu neuen, freundlicheren Gestaden in den deutsch-amerikanischen Beziehungen. Vor dem Hintergrund ausweitender Staatsverschuldung, anhaltender Massenarbeitslosigkeit, höheren Steuern und Sozialabgaben endlich die positive Nachricht: man grüßt sich wieder. Bescheiden ist sie geworden, die Bundesregierung, mit dem Kleinen bereits zufrieden, der Bundeskanzler. Dass jener, den man im Wahlkampf verdächtigte, ein Abenteurer zu sein, nun die Hand reichte, muss einfach mehr sein, als eine selbstverständliche Geste der Höflichkeit.