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Ein Trinkgeld gefällig?

Was in den USA das "tip" ist, ist in Deutschland das Trinkgeld. In den meisten Ländern ist es üblich, etwa dem Kellner, Friseur, Taxifahrer eine kleine Summe extra in die Hand zu drücken. Und wer das nicht weiß, der …

… ja, der steht dumm da! Wer kennt sie nicht, die Szene aus dem Film "Pretty Woman": Da lässt Richard Gere – in der Rolle eines erfolgreichen Geschäftsmanns – Erdbeeren und Champagner aufs Zimmer in einem Luxushotel in Hollywood liefern. Julia Roberts – in der Rolle einer Edel-Prostituierten – öffnet die Zimmertür, der Hotelpage fährt den Wagen mit dem Gewünschten herein und wartet … auf sein Trinkgeld! In zahllosen Filmen spielt es eine Rolle, das Trinkgeld. Zwei Millionen – wie in dem gleichnamigen Film – sind es in der Regel jedoch nicht.

Eine kleine Definition

Das Lexikon definiert Trinkgeld nämlich als "kleineres Geschenk für einzelne Dienstleistungen". Schon im 14. Jahrhundert taucht das Wort trinckgeld auf als "kleinere Geldsumme für außer der Regel geleistete Dienstverrichtung, ursprünglich zum Vertrinken, auch Biergeld genannt".

In der Schweiz war das Trinkgeld früher ein fester Bestandteil von Kaufverträgen. Nach erfolgreichem Abschluss wurde zur Feier des Tages Wein getrunken. Bezahlt wurde mit einem zuvor festgesetzten Trinkgeld. Das waren klare Verhältnisse: Trinkgeld gleich Geld zum Vertrinken. Also, nichts mit Geschenk und Dienstleistung.

Eine kleine Entstehungsgeschichte

Ja, und dann war da irgendwann jener Gast, der ein paar Taler auf den Schanktisch warf und den Wirt beim Abschied bat, er möge später einmal das Glas auf sein Wohl erheben und an ihn denken. Der Wirt muss ein netter Mensch gewesen sein, der seinen Gast freundlich und aufmerksam bedient hat.

Wahrscheinlich ist mit der Zeit und aus solchen Situationen die Sitte entstanden, ein Trinkgeld zu geben. In einer Nürnberger Polizeiordnung von früher ist sogar amtlich festgehalten, dass an das Kellner- und Küchenpersonal für die Bedienung beim Essen und Trinken trinckgeld als kleines Geschenk gezahlt werden soll.

Trinkgeld ja oder nein?

Und da liegt der Hase im Pfeffer. Bis heute. Soll man, oder soll man besser nicht? Wenn ja, wie viel und in welchen Situationen? Die Flugbegleiter würden mit Sicherheit säuerlich lächelnd ablehnen, würde man ihnen einen Schein aufs Tablett legen. Schließlich sind sie Flugbegleiter und keine Bedienung in einem Restaurant.

Aber beim Kellner oder der Kellnerin im Flughafenrestaurant sieht die Sache schon ganz anders aus. Wenn diese nach verbindlichem Dauerlächeln schließlich den Rechnungsblock zücken, dann ist normalerweise ein Trinkgeld fällig. Normalerweise. Denn, ist man mit der Leistung nicht zufrieden, dann – so steht es im Benimm-Knigge – kann man auf Heller und Pfennig abrechnen, also nur den reinen Rechnungsbetrag zahlen. Allerdings muss man das sauertöpfische Gesicht der Servicekraft dann aushalten können!

Andere Länder, andere Sitten

In den meisten Ländern sind Trinkgelder eine freiwillige Leistung. In den USA werden die so genannten tips jedoch als Pflicht angesehen. Mitarbeiter in Restaurants, Hotels und anderen Dienstleistungsbetrieben bekommen ein geringes Grundgehalt. Deshalb sind sie auf das Extra-Geld angewiesen.

In anderen Ländern wiederum werden normalerweise keine Trinkgelder erwartet. In Japan, China, den skandinavischen Ländern und in Südsee-Staaten beispielsweise ist es unüblich, zusätzlich zum Rechnungsbetrag noch einen kleinen Betrag draufzulegen.

Das Bakschisch

In manchen Ländern wird ein Trinkgeld dagegen regelrecht erwartet. In den zumeist orientalischen Ländern gehört das so genannte Bakschisch zur Kultur. Führer bieten sich an, den besten Ort für ein Foto zu zeigen oder ein Zimmer mit Meerblick zur Verfügung zu stellen, wo doch eigentlich alle Meerblick-Zimmer schon ausgebucht sind – anschließend wird die Hand aufgehalten.

Ein Schelm, wer da an Bestechung denken würde. Obwohl die Grenzen irgendwann ziemlich schnell verwischen. Dienstleistungen und mehr oder weniger kleine Gefälligkeiten werden dann zu selbstverständlichen Gesten, für die eine Bezahlung erwartet wird.

Kleine Geschenke

Bleibt die Frage, warum man – psychologisch gesehen – überhaupt ein Trinkgeld gibt? Um das schlechte Gewissen zu beruhigen, dass man keines gegeben hat? Oder, damit man nicht als Geizkragen abgestempelt wird? Oder … Die Antwort ist so individuell wie die Höhe des Trinkgeldes.

Fragen zum Text

Die Redewendung "Da liegt der Hase im Pfeffer" bedeutet, dass …

1. ein Hasenbraten in einer Pfefferbeize eingelegt ist.

2. eine Angelegenheit oder Sache nicht geklärt ist.

3. ein Hase auf der Lauer liegt.

Wenn jemand ein sauertöpfisches Gesicht macht, dann …

1. ist jemand fröhlich.

2. hat jemand etwas Saures gegessen.

3. ist jemand unzufrieden.

Heller und Pfennig sind keine …

1. Münzen aus Österreich.

2. alten deutschen Münzen.

3. Münzen mit einem geringen Wert.

Arbeitsauftrag

Recherchieren Sie im Internet, wie in den USA mit Trinkgeld umgegangen wird. Schreiben Sie ein kurzes Referat über die Ergebnisse Ihrer Recherche. Wenn möglich, verwenden Sie in Ihrem Beitrag auch Statistiken zur Erklärung.

Autor: Beatrice Warken

Redaktion: Eva-Maria Hewig

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