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Welt

Ein touristischer Rohdiamant in der Karibik - Trinidad und Tobago

Einsame Sandstrände, türkises Meer, tropischer Regenwald – diese Kulisse bietet Trinidad und Tobago und könnte damit viele Touristen locken. Doch der Zwei-Insel-Staat setzte außer an Karneval bisher kaum auf Tourismus.

Meer und Strand, der von großen Palmen gesäumt ist

Palmenstrände wie aus dem Bilderbuch

Anders als die klassischen Karibikziele Jamaika, Dominikanische Republik oder Barbados ist Trinidad und Tobago noch ein Geheimtipp. Die Hotels der Inseln sind selten ausgebucht, manche Strände oft menschenleer. Trinidad ist reich an Öl- und Erdgasreserven und somit nicht auf Touristen angewiesen. Die nationale Tourismusbehörde hat sich bislang bei der Vermarktung der beiden Inseln hauptsächlich auf Geschäftsreisende konzentriert.

Wunsch nach mehr Werbung

Den vernachlässigten Sektor des Urlaubstourismus will der Inselstaat nun stärker ankurbeln. Immer mehr entdecken auch junge Inselbewohner die entsprechenden Möglichkeiten und lassen sich im Hotelgewerbe ausbilden. Der zunehmende Anstieg des Tourismus wird aber teilweise auch kritisch betrachtet. Einige Einwohner befürchten den Ausverkauf ihrer Heimat, weil Ausländer Grundstücke in Toplagen zu Preisen aufkaufen, die kein Einheimischer bezahlen kann.

Bucht mit Strand auf dem Boote liegen

Viele Orte sind vom Tourismus noch nicht berührt

Andererseits wollen viele "Trinbagonier" wie sich die Einwohner beider Inseln selber nennen, vom Tourismus profitieren. Vor allem auf der kleineren, wirtschaftlich schwächeren Insel Tobago erhofft man sich davon Arbeitsplätze. Viele Einheimische klagen, dass zu wenig für die Inseln als Urlaubsziel geworben wird. "Trinidad muss auf dem Tourismusmarkt viel präsenter sein, muss viel aggressiver vermarktet werden", sagt der Fremdenführer Lester Nannan. "Das ist der Schlüssel zum Erfolg."

Ausgezeichneter Ökotourismus

Grüner Regenwald

Der Regenwald in Tobago zieht Ökotouristen an

Über die Besonderheiten der Inseln, zum Beispiel die multikulturelle Gesellschaft wissen selbst die Touristen, die nach Trinidad und Tobago reisen, oft wenig. "Es gab Defizite in der Arbeit der nationalen Tourismusbehörde, ganz klar", sagt Warren Solomon, Leiter der Tourismuszentrale. "Trotz aller Bemühungen und vieler guter Ideen fehlte einfach ein klares Konzept." Doch ein Umdenken hat stattgefunden.

Die kleinere und ursprünglichere Insel Tobago setzt vor allem auf Ökotourismus. Mit Erfolg: 2003 erhielt Tobago mit seinem Regenwald die Auszeichnung als weltbeste Ökotourismus-Destination. Tobago möglichst so zu erhalten, wie es ist – das ist das Ziel der Inselregierung. Massentourismus will man hier nicht. "Wir müssen die Lehren aus den Erfahrungen anderer Länder ziehen", sagt Premier Orville London. "Im Bemühen, den Touristen zufrieden zu stellen, haben viele Touristenregionen ein Umfeld geschaffen, in dem sich der Urlauber immer weniger wohl fühlt."

Massenansturm an Karneval

Tänzer in bunten Kostümen und Federhüten

Port-of-Spain, das Mekka des karibischen Karnevals

Welche Auswirkungen Massentourismus haben kann, erlebt Trinidad jedes Jahr während der Karnevalswoche. Bis zu 60.000 Menschen aus aller Welt strömen dann in die Hauptstadt Port-of-Spain, um den farbenprächtigen karibischen Karneval zu feiern. Müllberge, eine rasant steigende Kriminalität und horrende Hotelpreise sind die Folge. Dass aber T&T auch ein anderes Gesicht hat, muss erst noch ins Bewusstsein der Urlauber dringen. Dies zu vermitteln ist ein Prozess, der erst langsam in den Köpfen der Einheimischen zu reifen beginnt.

Autorinnen: Raymond Edwards und Peter Koppen
Redaktion: Peter Koppen

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