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Ostmitteleuropa

Ein totales Fiasko oder doch ein Erfolg?

- Polnische Stimmen zum Besuch von Präsident Kwasniewski in den USA

Bonn, 30.1.2004, PAP, TRYBUNA, WPROST ONLINE WIADOMOSCI

PAP, 28.1.2004, poln.

Präsident George W. Busch hat während des Treffens mit dem Präsidenten Aleksander Kwasniewski, der am Dienstag (27.01) zu einem kurzem Arbeitsbesuch nach Washington kam, gesagt, dass er sich an den Kongress gewandt habe, 66 Millionen Dollar aus dem Staatsbudget für die Sanierung und Modernisierung von sechs Transportflugzeugen vom Typ C 130 zur Verfügung zu stellen, die an die polnische Armee übergeben werden sollen. Polen soll diese Flugzeuge bis zum Jahr 2006 bekommen. (...)

Auf die Frage nach seiner Einstellung zu der Abschaffung der Visapflicht für Polen antwortete Bush, dass dies eine "delikate Angelegenheit" sei (...) und betonte, dass nicht er, sondern der Kongress darüber zu entscheiden habe (...) (sta)

TRYBUNA, 28.1.2004, poln.

(...) In den polnisch-amerikanischen Handelsbeziehungen gibt es kein Gleichgewicht. Polen verfügt leider nicht über solche Waren, die einen großen Handelserfolg auf dem Markt in den USA erzielen könnten. Die Dynamik der amerikanischen Investitionen in unserem Land in der letzten Zeit ist aber groß und wird noch steigen..." sagte Präsident Kwasniewski.

Auf die Frage, ob er die Tatsache als eine Niederlage beurteile, dass er keinen Vertrag für die Firma Bumar aus den USA mitgebracht habe, in dem dieser Firma der Auftrag für die Ausstattung der irakischen Armee zugesichert wurde, antwortete Präsident Kwasniewski: "Wenn jemand erwartete, dass die Präsidenten über einzelne Aufträge entscheiden werden, dann irrte er sich. Solche Entscheidungen werden weder von mir in Polen noch von Präsident Bush in den USA getroffen. Die Erwartung, dass Präsident Bush eine Entscheidung seiner Beamten oder Firmen für die Zusammenarbeit mit Polen erzwingen könne, war von Anfang an naiv". (...)

Zu den vorangekündigten 66 Millionen Dollar, die im nächsten Jahr für die Modernisierung unserer Armee fließen sollen, sagte der polnische Präsident, dass dieses Geld für Geräte verwendet werden soll, die in den USA hergestellt werden. (...)

Während der Gespräche im Weißen Haus wurden auch die strategischen Beziehungen zwischen Polen und den USA besprochen: "Ich habe u. a. auf die Notwendigkeit der Wiederherstellung guter Beziehungen zwischen den USA, Frankreich und Deutschland hingewiesen", sagte Präsident Kwasniewski. (sta)

WPROST ONLINE WIADONOSCI, 29.1.2004

Der Besuch des Präsidenten in den USA endete mit einem Fiasko", meinen die Politiker der Opposition. (...) Kwasniewski habe weder die Abschaffung der Visapflicht noch irgendwelche Zusagen bezüglich der Aufträge für polnische Firmen beim Wiederaufbau im Irak erreicht. (...)

Viel schärfer äußerte sich Donald Tusk von der Partei Bürgerplattform über die Ergebnisse des Besuches: "Das sind sehr schlechte Ergebnisse und zwar nicht nur dieses Besuches. Er ist nur das Tüpfelchen auf dem i. Dabei handelt es sich aber auch um viele unprofessionelle Schritte der polnischen Regierung in der Vergangenheit. Seiner Meinung nach war es ausgesprochen schlecht, dass die polnische Regierung vor Monaten der polnischen Öffentlichkeit zu verstehen gab, dass wir dank der guten Beziehungen zu den USA auch andere Projekte durchsetzen können. Dabei handelte sich um "große Geschäfte" im Irak und um die Abschaffung der Visapflicht. "Immer öfter haben wir das Gefühl, dass unsere Regierung unfähig ist, weil sie diese Versprechungen nicht einlösen kann. Andererseits sind wir von den USA enttäuscht, dass sie uns auf die leichte Schulter nehmen", sagte Donald Tusk . (...) (sta)

  • Datum 30.01.2004
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