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Kunst

"Ein starkes Europa der 27" - Steinmeier eröffnet die documenta in Athen

"Von Athen lernen" - so lautet das Motto der documenta 14, die erstmals nicht nur in Kassel stattfindet. Bundespräsident Steinmeier plädierte bei der Eröffnung in Athen für ein demokratisches und geeintes Europa.

Die EU sei nicht perfekt, aber lernfähig, sagte Steimeier in Athen, wo er zusammen mit dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos Deutschlands bedeutendeste Kunstaustellung eröffnete. Die documenta findet normalerweise alle fünf Jahre in Kassel statt. In diesem Jahr gibt es mit Athen erstmals einen weiteren Ausstellungsort. 

Plädoyer für ein vereintes Europa

Steinmeier rief bei der Eröffnung der Kunstschau dazu auf, politische und ökonomische Gräben zu überwinden. Für Griechenland sei die Eurokrise mit den notwendigen Umbrüchen in Wirtschaft und Gesellschaft ein tiefer Einschnitt gewesen. Noch dazu verlange die Flüchtlingskrise dem Land enorme Leistungen ab. "Der Krieg in Syrien, die Krisen in der Türkei und im Mittleren Osten
- all das geschieht in unmittelbarer Nachbarschaft", so Steinmeier. 

Griechenland Steinmeier eröffnet Kunstausstellung documenta 14 in Athen (picture alliance/dpa/B. v. Jutrczenka)

Steinmeier (l.) und der griechische Präsident Pavlopoulos bei der Eröffnung der documenta 14 in Athen

Das Motto der documenta 14 lautet "Von Athen lernen". Ausgegeben hat es der künstlerische Leiter Adam Szymczyk. Im Interview mit der Deutschen Welle sagte, er ihm gehe es nicht darum "Athen zu einem Ziel für Liebhaber zeitgenössischer Kunst zu machen, sondern von einem Ort aus zu denken und zu arbeiten, der zum Synonym für eine sehr harte Wirklichkeit wurde".  Thema der Kunstschau ist auch die Finanz- und Schuldenkrise. 

Steinmeier betonte in seiner Rede, dass ein demokratisches und geeintes Europa die einzelnen Mitgliedsstaaten so wenig aus dem Blick verlieren dürfe wie das große Ganze. "Ohne Griechenland kann und will ich mir unsere Gemeinschaft nicht vorstellen", so der Bundespräsident. 

Athen hofft auf viele Besucher

Documenta-Leiter Szymczyk zeigte sich froh, dass die Schau nun endlich losgeht. "Eigentlich ist die Ausstellung schon längst eröffnet", sagte er mit Blick auf die dreijährige Vorbereitungszeit. "Diese Eröffnung ist eher symbolisch." Rund 150 internationale Künstler laden dazu ein, sich an mehr als 40 Locations mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen - in Form von Konzerten, Toninstallationen, Gemälden, Videos, Fotos oder Performance-Darstellungen. Die letzte documenta in Kassel (2012) zählte um die 860.000 Besucher. 

In Athen wird die documenta 14 vom 8. April bis 16. Juli zu sehen sein. In Kassel öffnet die Kunstausstellung am 10. Juni ihre Tore. Zur Eröffnung in Athen ist am Samstag über Kassel weißer Rauch aufgestiegen. Mit der Arbeit "Expiration Movement" des Künstlers Daniel Knorr soll an allen 163 Tagen der Ausstellung ein "optimistischer und warmer Gruß" in die griechische Hauptstadt gesendet werden, wie die Ausstellungsmacher mitteilten. Den Rauch erzeugen zehn Generatoren in der Kasseler Innenstadt.

pl/stu (dpa, afpe)

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