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Sport

Ein Sieg für die Rekordbücher

In einem dramatischen Herrenfinale hat sich Roger Federer durch einen Fünfsatzsieg über Andy Roddick in Wimbledon seinen 15. Sieg bei einem Grand Slam-Turnier gesichert. Damit ist er alleiniger Rekordhalter.

Roger Federer jubelt (AP Photo/Alastair Grant)

Federer jubelt nach seinem Wimbledonsieg

Zu Beginn dieses Finales sah es erst einmal gar nicht nach einem weiteren Erfolg für Federer aus. Der Schweizer zeigte nicht die Form, die ihn im Halbfinale beim Sieg gegen Tommy Haas ausgezeichnet hatte. Im Gegensatz dazu präsentierte sich der Amerikaner Andy Roddick in einer Form, die man bei ihm noch nie gesehen hatte. Die diesmal bis zu 229 km/h schnellen Aufschläge kamen bei Roddick wie gewohnt sicher und darüber hinaus zeigte der nach einem Trainerwechsel wesentlich leichtere und austrainiertere 26Jährige ein ungewohnt variables Spiel. Der 27Jährige Federer war – ohne wirklich schlecht zu spielen – zunächst chancenlos und verlor den ersten Satz mit 5:7.

Federer dreht die Partie

Auch zu Beginn des zweiten Satzes lagen die besseren Chancen bei Roddick, doch er verpasste es am Ende, für eine Vorentscheidung zu sorgen. 6:2 lag er im Tie Break vorn, doch Federer drehte mit eisernen Nerven und viel Glück dank einiger Fehler von Roddick den Satz und gewann mit 7:6. So lautete auch das Ergebnis des dritten Satzes zu Gunsten von Federer, der Roddick damit aber noch nicht klein gekriegt hatte. Die Überlegenheit des Schweizers war zu diesem Zeitpunkt nur minimal.

Roddick gibt nicht auf

Tennisprofi Rafael Nadal (AP Photo/Alastair Grant)

Entthront: Rafael Nadal

Wer nun gedacht hatte, nach der Führung des Schweizers wäre die Partie gelaufen, sah sich getäuscht. Plötzlich hatte Roddick wieder das Heft in der Hand und sicherte sich den Satz relativ leicht mit 6:3. Der fünfte Satz war dann ein Nervenspiel, bei dem Federer am Ende die besseren Karten hatte. Beide brachten ihre Aufschlagspiele meist sicher durch, auf Breakbälle warteten die Fans vergeblich. Am Ende hatte Federer offensichtlich mehr Kraft und vor allem die stärkeren Nerven, die Roddick angesichts des durchaus möglichen Sieges ab und an verließen. Mit dem 5:7, 7:6, 7:6, 3:6 und 16:14 sorgten die beiden Spieler dann auch gleich noch für ein Rekordfinale von 77 Spielen – erst im Vorjahr hatten Federer und Rafael Nadal den bisherigen Rekord von 61 Spielen aufgestellt.

Ein Sieg für die Annalen

Ex-Rekordhalter Pete Sampras

Pete Sampras, der bisherige Rekordhalter

Für Roger Federer war dieser Sieg nicht nur ein weiterer Erfolg in seiner langen Liste, sondern ein ganz besonderer Titelgewinn. Unter den Augen des bisherigen Rekordhalters Pete Sampras setzte er sich mit nun 15 Triumphen an die Spitze der erfolgreichsten Spieler bei Grand Slam Turnieren. Mit dem sechsten Sieg in Wimbledon rückte er ebenfalls bis auf einen an Sampras heran. Für diesen Rekord benötigte Federer nur sechs Jahre, während Sampras für seine 14 Erfolge 12 Jahre brauchte. Mit 20 Finalteilnahmen bei Grand Slam Turnieren hat Federer zudem den Rekord des Tschechen Ivan Lendl gebrochen. Außerdem wird Federer nun wieder an die Spitze der Weltrangliste zurückkehren, von der ihn der Spanier Nadal verdrängt hatte.

Die Rekordjagd von Federer ist damit aber noch längst nicht zu Ende. Wie es heißt, will er zumindest bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London weitermachen.

Autor: Wolfgang van Kann

Redaktion: Andreas Ziemons

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