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Top-Thema – Podcast

Ein schwieriges Jahr für Europa

Rechtspopulismus, Euroskepsis, wirtschaftliche Probleme: Das Jahr 2014 war für die Europäische Union nicht leicht. Die größte Krise aber war der Konflikt mit Russland – und der könnte sogar zur Chance für die EU werden.

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Ein schwieriges Jahr für Europa – das Top-Thema als MP3

Die Aufregung war groß, als bei den Europawahlen im Mai 2014 EU-feindliche und rechtspopulistische Parteien in vielen Staaten gewannen. Die britische Unabhängigkeitspartei (UKIP) und der französische Front National bekamen in ihren Ländern sogar die meisten Stimmen. Ihr Programm: weniger Europa, weniger Zuwanderer, mehr Nation. Die UKIP will Großbritannien sogar ganz aus der EU führen.

Die rechtspopulistischen Parteien werden vor allem von denjenigen unterstützt, die glauben, dass sich die EU nicht um die Sorgen der Bürger kümmert. Janis Emmanouilidis vom European Policy Centre meint, dass „die Eurokrise ein zentraler Faktor war für das Gefühl, dass die EU weit weg ist oder sich umgekehrt zu sehr einmischt.“

Die Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit in vielen Ländern hat aber nicht nur extreme Parteien gestärkt, sie hat Europa auch gespalten. Denn die Frage, wie sie bekämpft werden soll, ist umstritten. Einige Länder wie zum Beispiel Deutschland verlangen einen strengen Sparkurs. Länder mit wirtschaftlichen Problemen wie Italien oder Frankreich fordern mehr Zeit für eine Konsolidierung.

Doch eine Krise überschattete 2014 in Europa alle anderen: der Konflikt mit Russland über die Krim und Gebiete in der Ostukraine. Einige EU-Staaten im Osten, zum Beispiel die baltischen Staaten und Polen, fürchten einen russischen Angriff. Die friedliche europäische Ordnung, wie sie seit dem Ende des Kalten Krieges bestand, ist zerstört. Doch immerhin war sich die EU in ihrer kritischen Haltung zu Russland so einig wie selten zuvor. Janis Emmanouilidis ist der Meinung, die schwere Krise hat „die Erzählung über Europa gestärkt, dass man gemeinsam stärker ist.“


Glossar

Rechtspopulismus (m, nur Singular) – politische Richtung, die versucht, mit Ausländerfeindlichkeit und Nationalismus erfolgreich zu sein (Adjektiv: rechtspopulistisch)

Euroskepsis (f., nur Singular) – die negative Einstellung zur EU und dem Euro

Konflikt, -e (m.) – der Streit; die Auseinandersetzung

Programm, -e (n.) – hier: die politischen Ideen und Ziele einer Partei

Zuwanderer, - (m.) – jemand, der sein Land verlässt, um in einem anderen Land zu leben

zentraler Faktor für etwas sein – der wichtige Grund für etwas sein

sich ein|mischen – etwas in einer Situation, die einen nicht betrifft, sagen oder tun

umgekehrt – hier: im Gegenteil

jemanden/etwas stärken – hier: die Situation für jemanden/etwas verbessern; jemanden/etwas unterstützen

etwas spalten – etwas teilen; hier: etwas in verschiedene Gruppen trennen

umstritten – so, dass es ganz unterschiedliche Meinungen zu etwas gibt

streng – hier: stark; ohne Ausnahmen

Kurs (m., hier nur Singular) – hier: die politische und wirtschaftliche Richtung

Konsolidierung (f., hier nur Singular) – hier: das Senken der Staatsschulden

etwas überschatten – hier: so groß sein, dass anderes daneben klein aussieht

baltischer Staat, -en (m.) – die Staaten Estland, Lettland oder Litauen

Kalter Krieg – der Konflikt zwischen den USA und anderen westlichen Staaten auf der einen und Russland und Osteuropa auf der anderen Seite (von 1947 bis 1989)

immerhin – wenigstens

Haltung, -en (f.) – hier: die Einstellung; die Meinung

einig – so, dass alle einer Meinung sind

Erzählung, -en (f.) – hier: das gemeinsame Bewusstsein


Fragen zum Text

1. Was stimmt nicht? Parteien wie UKIP oder der Front National fordern, dass …

a) der eigene Staat wieder wichtiger werden soll
b) Europa keine so große Bedeutung mehr haben soll.
c) die Einwanderung nach Europa leichter werden soll.

2. Deutschland möchte, dass die Staaten der EU …
a) weniger Geld ausgeben als bisher.
b) deutlich mehr Geld investieren als in den letzten Jahren.
c) mehr Zeit bekommen, um die Schulden zu senken.

3. Der Konflikt mit Russland könnte zur Chance für die EU werden, weil …
a) die wirtschaftliche Krise dadurch gelöst werden könnte.
b) die Staaten der EU dieselbe Meinung haben und zusammenhalten.
c) die Beziehung der Ukraine zur EU enger werden wird.

4. Was kann man nicht sagen? Durch die Erfolge der rechtspopulistischen Parteien könnte Europa … werden.
a) schwächer
b) geschwächt
c) am schwächsten

5. Was passt nicht? Die Europawahl hat euroskeptische Parteien … gemacht.
a) stark
b) gestärkt
c) stärker


Arbeitsauftrag
Zurück zum Nationalstaat oder mehr Europa – wie soll die Zukunft Europas aussehen? Bereitet in Gruppen eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema vor. Verteilt dabei unterschiedliche Rollen (Euroskeptiker, Unternehmer, Umweltschützer …).

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