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Aktuell Europa

Ein Schiffswrack und viele Fragen

Fünf Tage nach dem Fährunglück in der Adria ist die "Norman Atlantic" in den Hafen von Brindisi geschleppt worden. Staatsanwälte sind an Bord. Das Auswärtige Amt bestätigte, dass auch eine Deutsche ums Leben kam.

Nun wird möglicherweise bald etwas mehr Klarheit in den Fall kommen. Die Ermittler wollen unter anderem die Blackbox suchen, um Aufschluss über die Unglücksursache zu bekommen. In dem ausgebrannten Schiff könnten zudem noch weitere Opfer gefunden werden.

Auf der Fähre war am Sonntag ein Feuer ausgebrochen. Mindestens 13 Menschen starben, darunter zwei Einsatzkräfte. Das Auswärtige Amt bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass sich auch eine Frau aus Deutschland unter den Opfern befand. An Bord waren zudem blinde Passagiere, und die Passagierlisten stimmten nicht mit den tatsächlichen Fahrgästen überein. Deshalb ist unklar, wie viele Menschen noch vermisst werden.

Weitere Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft der süditalienischen Stadt Bari hat gegen vier Besatzungsmitglieder und weitere Verantwortliche der Schifffahrtsgesellschaft Ermittlungen eingeleitet. Bisher wird gegen den Kapitän und den Besitzer der italienischen Reederei Visemar, die das Schiff an die griechische Anek Lines verchartert hatte, unter anderem wegen mehrfacher Körperverletzung und fahrlässiger Tötung ermittelt.

Beobachter fragen sich, warum es im Fall der "Norman Atlantic ein derart großes Durcheinander gibt. Verwirrung haben die nicht korrekten Passagierlisten hinterlassen, aber auch die unklaren Zuständigkeiten. So waren verschiedene Behörden in Italien, Griechenland und Albanien an der Rettung beteiligt, weil das Schiff im Meer zwischen den drei Ländern in Brand geriet. Die Griechen beschwerten sich zum Beispiel über Schreibfehler und falsche Übertragungen auf den Listen der Italiener, die das Kommando bei der Rettung hatten.

Unkorrekte Zahlen

Die Zahl der Geretteten gibt die italienische Küstenwache mittlerweile mit 477 an - das sind 50 mehr als vor einigen Tagen. In Italien heißt es, dass mindestens 499 Menschen an Bord waren. Die griechische Schifffahrtsgesellschaft Anek Lines spricht dagegen von 474 Personen.

ml/sp (dpa, afp)