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Reise

Ein rosaroter Sommer

Zu einem deutschen Gipfeltreffen der besonders bunten Art lädt Köln am Rhein: Klaus trifft Klaus, Susi die Susi, Neu-Susi den Neu-Klaus, Klaus die Susi und den Klaus auf dem schwul-lesbischen Fest "Europride".

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Willkommen!

"Leben und Leben lassen" – dieses Motto haben sich die Kölner auf die Fahnen geschrieben. Die Bewohner der Rhein-Metropole verstehen sich als liberale Hochburg in Deutschland. Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen wird groß geschrieben. Denn "Jeder Jeck ist anders!", heißt es im Karneval. Der große Sommer-"Karneval" ist der Christopher Street Day (CSD), ein riesiges schwul-lesbisches Straßenfest.

Gegen Diskriminierung

Der CSD erinnert an den 27. Juni 1969. An diesem Tag setzten sich erstmals Schwule, Lesben und Transvestiten in der Christoper Street in New York gemeinsam gegen staatliche Willkür und gewaltsame Polizei-Übergriffe zur Wehr. Seitdem gehen zum Gedenken an diesen Tag überall in der Welt im Juni und Juli Homosexuelle auf die Straße. Mit viel Farbe, lauter Musik und schrillen Outfits wird der "andere" Lebensstil gefeiert. Eine stolze Demonstration soll für mehr Akzeptanz, Toleranz und rechtliche Gleichstellung sorgen.

Seit 1998 haben sich die überwiegend ehrenamtlichen CSD-Veranstalter zwischen Ostseeküste und Bodensee in einer Kooperation zusammengeschlossen. Dadurch ist der CSD nicht nur bei Sponsoren attraktiver geworden. Die wichtigsten Termine sind jetzt aufeinander abgestimmt. Der CSD-Fan kann nun zwei Monate lang durch Deutschland reisen und exzessives Party-Hopping betreiben.

Gemeinsam sind wir stark

Köln steht bei vielen ganz oben auf der Liste. Hier findet der größte CSD in Europa statt. In diesem Jahr erwartet die lebensfreudigen Kölner ein Mega-Event. Die European Pride Organizers Association hat Köln für den "Europride 2002" ausgewählt.

Christopher Street Parade

Bunt und schrill: der CSD-Day in Berlin

Der erste Europa-CSD startete 1992 in London. Danach ging es nach Berlin, Amsterdam, Kopenhagen, Paris, Stockholm, Rom und Wien - Der europäische Rahmen soll dabei helfen, die CSD-Idee stark zu machen.

Doch nicht überall können Schwule und Lesben auf die Straßen gehen. Noch vor einigen Jahren, beim 1. Belgrader CSD, wurden die Demonstranten vor den Augen der Polizei von Rechtsradikalen niedergeknüppelt. Diskriminierung und Gewalt gegenüber Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender sind noch immer ein Thema, und deshalb ist der CSD - trotz Federboa und Lederhose - auch eine politischen Veranstaltung.

Köln feiert Vielfalt

"Wir sind stolz, dass der Europride zum ersten Mal in Köln stattfindet", sagt Chef-Organisator Michael Schmidt. Bisher fand das Festival fast ausschließlich in Hauptstädten statt. Köln habe für die schwul-lesbische Szene eine ganz besondere Bedeutung, erklärt der Organisator. In kaum einer anderen Stadt in Deutschland träten Lesben und Schwule so selbstbewußt und offen auf. "Köln ist die schwule Metropole in Deutschland und ein wichtiger Standort für die internationale Homo-Szene", sagt Schmidt. Etwa jeder zehnte Einwohner in der Domstadt sei homosexuell.

Das Motto des diesjährigen "Europride" lautet "Köln feiert Vielfalt". "Wir wollen über den Tellerrand schauen und auch in anderen Ländern für Verständnis und Gleichberechtigung kämpfen", erklärt Schmidt. Multikulti ist nicht nur das Programm, sondern auch das Publikum: Ein bis zwei Millionen Besucher aus der ganzen Welt erwartet.

Die Stadtkasse freut sich

Köln erwartet einen riesigen Ansturm an "CSD-Touristen": Hotelplätze sind in Köln dann kaum noch zu bekommen. Die Kneipenbesitzer in der Innenstadt haben pünktlich zum Festivalstart die Bierpreise aufgerundet. Nach Einschätzung des "Kölner Lesben und Schwulentags" sollen 300 Millionen Euro umgesetzt werden.

Über 200 Veranstaltungen stehen auf dem Plan des "Europride 2002": Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Shows und sogar ein "Gay-Family-Tag" im nahe gelegenen Freizeitpark Phantasieland. Die Feierlichkeiten enden am 7. Juli 2002 mit einer großen Parade. (kas)

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