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Wissen & Umwelt

Ein Roboter als Weltenbummler?

Hitchbot, ein kleiner Roboter mit bunten Gummistiefeln, reiste in den vergangenen drei Wochen per Anhalter quer durch Kanada. Nun hat er sein Ziel erreicht. Aber die Reise soll noch weitergehen.

Deutsche Welle: Sie haben Hitchbot via Kamera ständig auf seiner Reise begleitet. Wie hat ihm seine Reise gefallen?

Frauke Zeller: Hitchbot hat lediglich eine Fotokamera eingebaut, mit der er in regelmäßigen Abständen Bilder aufnimmt. Von daher hatten wir keine kontinuierliche Berichterstattung. Was wir aber von den Menschen gehört haben, die ihn getroffen haben, deutet darauf hin, dass Hitchbot eine sehr gute Zeit hatte. Alle scheinen unseren Roboter gut behandelt zu haben. Er bekam sogar Einladungen zu Feiern.

Seine Reise endet nun. Wie haben sie die Menschen, die Hitchbot begleitet haben, erlebt?

Wie schon gesagt, sehr positiv. Hitchbot hat sich zu einem richtigen Mitmach-Kunstprojekt und einem Social Event entwickelt, an dem viele Menschen teilhaben wollten.

Haben Sie mit so einem großen Aufsehen gerechnet?

Nein, gar nicht. Wir hatten zwar die sozialen Medien (

Twitter

und

Facebook

) und auch die traditionellen Medien von Anfang an mit eingeplant, aber dass Hitchbot so einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt, hatten wir nicht erwartet.

Roboter Hitchbot mit Erfindern (Foto: HitchBOT).

Hitchbots Erfinder, David Harris Smith und Frauke Zeller, schickten ihren Schützling ganz alleine auf eine Tour quer durch Kanada

Gab es denn auch Menschen, die nicht so warmherzig mit Hitchbot umgegangen sind?

Uns ist nicht bekannt, dass Hitchbot irgendwann einmal nicht gut behandelt wurde. Von daher hatten sich auch unsere Befürchtungen, dass ihm etwas zustoßen könnte, schnell verflüchtigt.

Gab es dennoch Momente, in denen Sie dachten, dass das Projekt vorzeitig endet?

Als wir gesehen haben, mit wie viel Enthusiasmus Hitchbot in Kanada, aber auch weltweit, aufgenommen wurden, konnte wir erahnen, dass das Experiment gut ausgehen würde.

Was wäre passiert, wenn Hitchbot in eine aussichtslose Situation geraten wäre?

Ich denke, dass dann all seine Anhänger sich sehr engagiert hätten. Hatte Hitchbot mal für einen halben Tag nichts Neues kommuniziert, konnte man schon sehen, wie die Menschen über die sozialen Medien sich Sorgen gemacht haben und zu helfen versucht haben.

Video ansehen 01:06

Hitchbot - der trampende Roboter

Was werden Sie nun mit dem gewonnen Material und den Erkenntnissen der Reise machen?

Auf alle Fälle werden wir alle öffentlich zugänglichen Informationen auswerten. Diese Erkenntnisse werden dann sicherlich auch in unsere nächsten Projekte einfließen.

Geht es für Hitchbot nun in den wohlverdienten Ruhestand?

Nein, ich glaube, da wären zu viele Menschen enttäuscht. Hitchbot hat schon einige Einladungen erhalten von Museen und Galerien, aber auch in andere Länder - unter anderem Deutschland - zu reisen. Das würden wir sehr gerne realisieren. Das Wann, Wo und Wie - und vor allem die finanzielle Förderung - diskutieren wir gerade.

Dr. Frauke Zeller ist Kommunikationsforscherin an der Ryerson University im kanadischen Toronto. Zusammen mit ihrem Kollegen David Harris hat sie Hitchbot entwickelt. 2005 promovierte Zeller an der Universität Kassel. In ihrer Doktorarbeit beschäftigte sich mit der Mensch-Roboter-Interaktion. Frauke Zeller wurde mit einigen Forschungsstipendien ausgezeichnet, darunter zum Beispiel das Marie-Curie-Stipendium (2011-2013), eines der bedeutendsten einzelnen Forschungsstipendien Europas.

Das Interview führte Helena Schwar.

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