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Aktuell Asien

Ein religiöser Führer und Richter ist neuer Taliban-Chef

Vier Tage nach der Tötung von Mullah Mansur durch US-Drohnen geben die afghanischen Extremisten ihren neuen Anführer bekannt: Mullah Achundsada spielte bisher an der Front keine Rolle.

Mullah Haibatullah Achundsada heißt der neue Chef der radikalislamischen Taliban in Afghanistan. Auf ihn habe sich ihr Oberster Rat einstimmig geeinigt, verkündete Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid. Alle Mitglieder der sogenannten Schura hätten ihm ihre Gefolgschaft geschworen. Sein Vorgänger Mullah Achtar Mansur war vor kurzem durch einen Drohnenangriff der USA in Pakistan getötet worden.

Achundsada ist ein anerkannter religiöser Führer und hochrangiger Taliban-Richter. Er hat bisher keine Rolle auf dem Schlachtfeld gespielt. Das gilt als ungewöhnlich für die Taliban. Stellvertreter des neuen Taliban-Chefs sind laut in Kabul veröffentlichter Erklärung Siradschuddin Hakkani und Mullah Jakub, der Sohn von Taliban-Gründer Mullah Omar.

Durch Bomben zum Frieden?

Die USA hatten den tödlichen Drohnenangriff auf Omars Nachfolger Mansur nach eigenen Angaben ausgeführt, weil dieser eine größere Gewaltaktion geplant habe. Es habe konkrete Hinweise auf Aktivitäten des Taliban-Chefs gegeben, welche die Truppen der USA und ihrer Partner "direkt bedroht" hätten, hatte das Pentagon am Montag mitgeteilt. In Erklärungen der Obama-Administration war zudem die Hoffnung durchgeklungen, mit dem Tod Mansurs könne eventuell der Friedensprozess am Hindukusch Fortschritte machen.

Präsident Barack Obama hatte sogar von einem "Meilenstein" auf dem Weg zum Frieden gesprochen. Er rief den Rest der Taliban-Führung zur Beteiligung an Friedensgesprächen auf. Dies sei der "einzig wirkliche Weg" zur Überwindung des Konflikts.

In der afghanischen Hauptstadt wurden bei einem Selbstmordanschlag mindestens zehn Menschen getötet. Laut Innenministerium sprengte sich ein Attentäter während des morgendlichen Berufsverkehrs im Westen Kabuls neben einem Bus in die Luft. Opfer seien Gerichtsangestellte und andere Zivilisten. Ein Taliban-Vertreter sprach von einem Racheakt für Todesurteile gegen Mitkämpfer.

SC/mak (afp, APE, rtr)