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Filme

Ein Quantum Trost: Der neue Bond

Sein Name: James Bond. Sein Auftrag: Schurken jagen und die Welt retten. Der neue Bondfilm mit Daniel Craig in der Hauptrolle heißt 'Ein Quantum Trost'. Die Premiere in London war ein gesellschaftliches Ereignis.

Startszene Bond-Film. Quelle: ap

Der Klassiker: 007 ist zurück in den Kinos

In Smokings und großen Roben schritten sie über den roten Teppich auf dem Leicester Square: Die Größen der Londoner Gesellschaft bei der Premiere waren der krönende Abschluss im wochenlangen globalen Publicity Rummel für den neuen Bondfilm. Und apropos krönend: die beiden Prinzen Harry und William waren auch dabei, frisch zurück von einer Motorrad-Rallye in Südafrika. Ihnen dürfte "A Quantum of Solace" gefallen haben. Gibt es doch darin noch mehr Verfolgungsjagden zu See, zu Lande und in der Luft, als je zuvor.

Crash-Bang-Bond

Danile Craig. Quelle: ap

Daniel Craig spielt zum zweiten Mal James Bond

Es ist ein Crash-Bang-Bond geworden. Eine ununterbrochene Kette von Motorboot-, Flugzeug- und Auto-Zusammenstößen, schrieb der Filmkritiker der Zeitung "The Guardian" und sein Kollege von der "Sunday Times" titelte "Krach, Knall, Rums für zweihundert Millionen". Dabei kommt Regisseur Marc Forster eigentlich aus dem ernsthaften Fach. Sein letzter Film war das Afghanistan-Drama "Der Drachenläufer". Und so sei er auch total erstaunt gewesen, als die Bond-Produzenten ausgerechnet ihm anboten, den Nachfolger zu "Casino Royal" zu drehen. "Ich bin kein Action-Regisseur und es war nie ein Traum von mir, einen James-Bond-Film zu realisieren", gesteht Forster.

Den Arm in der Schlinge

Sean Connery (Quelle: dpa)

Für Craig sind die alten Bond-Filme mit Sean Connery ein großes Vorbild

Dafür dass er nicht aus dem Actionfach kommt hat Forster das Genre aber zu neuer Höhe getrieben. Und sein Star Daniel Craig, der neue unglaublich athletisch, zunehmend hart und kantig wirkende Bond, erschien am Premieretag mit dem Arm in der Schlinge. Wie um zu zeigen, dass er hier mit ganzem Körpereinsatz gearbeitet hat. Das sei nichts weiter, beruhigte er, eine alte Schulterverletzung aus dem letzten Film. Die musste nach den neuen Dreharbeiten operiert werden. Craig macht selbst so viele Stunts wie möglich. "Ich will, dass das Publikum sich das anschaut, mir zusieht und die emotionale Reise der Figur versteht", sagte Craig. "Die Leute dann raus zu reißen, wenn ein Stunt kommt, weil den ein anderer macht, erscheint mir nicht sinnvoll."

Brutal und modern

Crash-Stunt. Quelle: ap

Ein Stunt folgt dem nächsten - die meisten hat Craig selbst gemacht

Craig treibt den Film voran, in pausenloser Bewegung, wuterfüllt, unsentimental und brutal. Schließlich geht es hier darum, den Tod seiner geliebten Vesper aus "Casino Royal" zu rächen und dabei einen Mega-Kriminellen zur Strecke zu bringen. Dieser will in Bolivien eine Umweltkatastrophe verursachen und das Land ausbeuten. Die Story ist so kompliziert wie absurd. Aber um die geht es in Bond Filmen ja sowieso nicht, sondern um das Tempo, die Haltung. Craig erklärt, dass er unbedingt einen Film machen wollte, der stilistisch mit den alten Bond-Filmen verbunden ist. "Mit dem Stil der Sean Connery Filme, den politischen Thrillern der sechziger und siebziger Jahre" habe er spielen wollen, so Craig. "Im Prinzip in einem klassischen Rahmen, aber so modern wie möglich."

"Ein Film wie das Leben"

So modern wie möglich – das gilt für "Quantum of Solace" auf jeden Fall. Für viele Bond-Traditionalisten aber ist der von Craig beschworene Zusammenhang von Ironie und Eleganz mit der spielerischen Albernheit und Leichtigkeit der früheren Filme ganz verloren. Sie finden kein Quantum Trost in dieser Neuinterpretation ihrer Kino-Ikone: Dieser Bond ist kompromisslos modern. "Ein Film wie das Leben", schrieb das Londoner Stadtmagazin "Time out". "Brutal, gemein und kurz". Nur ganze 103 Minuten.

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